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Sie rissen nicht alles heraus: Fenster, Fußbodenheizung und Klimaanlage blieben in einer komplett umgestalteten 200-Quadratmeter-Wohnung

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Sie rissen nicht alles heraus: Fenster, Fußbodenheizung und Klimaanlage blieben in einer komplett umgestalteten 200-Quadratmeter-Wohnung

Eine Wohnung von über 200 Quadratmetern im teuersten Teil Madrids, vollständig umgestaltet, und das Auffälligste darin ist kein einziger Gegenstand. Es ist ein Material - helle Eiche, die sich vom Eingang bis zum letzten Schlafzimmer wiederholt und das ganze Zuhause zusammenhält, ohne sich aufzudrängen.

Das Projekt leitet das Studio Haruti Interiorismo, dahinter steht Maria Seman Harutinian. Ihr Satz über Holz ist die beste Beschreibung der ganzen Arbeit: „Holz hat diese leise Fähigkeit, ein Zuhause zu verwandeln, ohne sich aufzudrängen.“ Und der zweite, der die praktische Lehre ist: „Der Schlüssel liegt darin, es mit anderen Materialien, Farben und Texturen zu kombinieren.“

Nachahmenswert ist nicht das Mobiliar, sondern die Entscheidung vor dem Mobiliar. Sie rissen nicht alles heraus. Die Originalfenster blieben. Die Fußbodenheizung blieb. Die Klimaanlage blieb. Erneuert wurde, was nicht funktioniert, nicht das, was alt aussieht. Das ist die einzige Renovierung, die bei uns niemand macht, weil „wenn wir schon anfangen, machen wir alles“ - ein Satz, der die Kosten verdoppelt und das Zuhause selten verbessert.

Die Palette ist bewusst schmal: Gebrochenes Weiß, Sandtöne, Naturtextilien. Es gibt wenige Materialien, und sie wiederholen sich - Calacatta-Viola-Marmor, Leinenwandbespannung, handgefertigte Keramik und Rillenglas in schwarzen Rahmen. Jedes davon taucht in mehreren Räumen auf, weshalb die Wohnung als ein Ganzes wirkt und nicht als Reihe von Zimmern aus verschiedenen Jahren.

Multifunktionsraum mit Holzelement und Türen aus Rillenglas in schwarzen Rahmen

Das Wohnzimmer behielt die klassischen Stuckleisten, doch sie sind leise eingebaut, ohne den Raum in eine Bühne zu verwandeln. Der Kamin hat klare Linien und einen Holzsockel, und genau dort bleibt das Auge stehen. Im Esszimmer stehen ein runder Holztisch und ein Fischgrätboden mit integrierter Beleuchtung - eine Kombination, die bei uns als „alt“ gilt und in diesem Zuhause wie eine Entscheidung aussieht, nicht wie ein Erbe.

Der Multifunktionsraum ist die Stelle, an der die Idee für eine kleinere Wohnung am brauchbarsten ist. Ein durchlaufendes Holzelement trägt Schränke, Schreibtisch und Regale - eine Tischlerlösung statt dreier gekaufter Teile. Vom Wohnbereich trennen ihn Türen mit Glasfeldern in schwarzen Rahmen, die Licht durchlassen und den Raum dennoch schließen. Das ist das genaue Gegenteil eines offenen Grundrisses, in dem sich nichts schließen lässt, wenn jemand arbeitet.

Wohnbereich mit Wandbibliothek als Raster, gerundetem Sessel und weichen Textilien

Die Bibliothek ist als Raster über die gesamte Wand ausgeführt, davor gerundete Möbel und weiche Textilien. Die Küche ist auf zwei Arbeitsflächen reduziert, die vorhandenen Elemente wurden angepasst und eingebaut statt weggeworfen. Im Eingang steht eine Holzkonsole mit Marmorplatte, darunter eine Leinenbespannung, beidseitig Röhrenleuchten und ein unregelmäßig geformter Spiegel - vier Gegenstände, die einen Eingang ergeben, statt zehn, die Chaos ergeben.

Das Gästebad ist der mutigste Teil: eine strukturierte Textilbespannung, ein zylindrisches Waschbecken auf einem Sockel mit bodenstehenden Armaturen, Holzakzente, schwarze Details und Holzlatten, die über die Decke laufen. Das Hauptbad geht in die andere Richtung - ein Holzelement für Wärme und handgefertigte Keramik an der Wand, mit minimaler Materialzahl.

Die Schlafzimmer zeigen den Unterschied zwischen Angefertigtem und Gekauftem. Das Hauptschlafzimmer ist im Japandi-Geist gehalten, mit transparenten Vorhängen, die das Licht filtern, und Maßschränken. Das zweite hat ein Kopfteil aus Holz und Textil mit eingesetztem Calacatta-Viola-Marmor und hängende Nachttische mit integriertem Licht. Das Kinderzimmer hat ein Podestbett mit eingebautem Stauraum. Das Gästezimmer - eine organische Bettform und ein vertikales Kopfteil aus Textil und Holz.

Harutinian sagt, jeder Raum sei nach den Bedürfnissen der Bewohner gestaltet, aber mit einer gemeinsamen Sprache durch die ganze Wohnung. Und dass der Prozess immer mit einem Materialboard beginnt, auf dem Kombinationen getestet werden, bis die richtige gefunden ist. Das ist der Schritt, der bei uns regelmäßig übersprungen wird - man kauft eine Fliese, sucht dann, was dazu passt, kauft noch eine, und am Ende sieht das Zuhause aus wie eine Einkaufsliste und nicht wie eine Entscheidung.