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Vier Kilometer verbotene Netze im Ohridsee: 117 Kilogramm Belvica tot geborgen, einen Täter gibt es weiterhin nicht

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Vier Kilometer verbotene Netze im Ohridsee: 117 Kilogramm Belvica tot geborgen, einen Täter gibt es weiterhin nicht

Vier Kilometer Netze. Zwanzig Treibnetze, von jener Art, die am strengsten verboten ist. Und 872 Ohrid-Belvica mit einem Gesamtgewicht von 116,9 Kilogramm, tot aus dem Wasser geholt.

Das ist die Bilanz einer einzigen Kontrollaktion am Ohridsee, durchgeführt am 1. September auf dem Abschnitt zwischen den Struga-Dörfern Kalishta und Radozhda. Beamte der Grenzpolizeistation Ohridsee hoben gemeinsam mit dem Regionalzentrum für Grenzangelegenheiten West auf Anweisung eines Staatsanwalts die Netze samt Fang. Die zuständige Fischereiaufsicht wurde informiert.

Die Zahlen klingen nach Erfolg. Und sie sind es - aber nur, wenn man nicht fragt, wie lange diese Netze dort standen. Vier Kilometer Netz legt man nicht an einem Abend aus und holt man nicht in fünf Minuten ein. Das ist Infrastruktur, keine Improvisation.

Die Belvica ist endemisch, kein Supermarktfisch

Die Ohrid-Belvica ist kein gewöhnlicher Fisch. Sie gehört zu dem, was den Ohridsee zu einem der ältesten und eigentümlichsten Seen Europas macht. Jedes Kilogramm, das mit einem verbotenen Netz herausgezogen wird, stammt aus einem Bestand, den kein Import wieder auffüllt.

Das Innenministerium kündigt an, die Kontrollen fortzusetzen, mit verstärkten Aktionen zur Ermittlung von Personen, die illegal fischen, und zum Schutz des Fischbestands. Die Ankündigung ist zu begrüßen. Doch in der Mitteilung fehlt genau das, was am meisten interessiert - ob eine Person identifiziert oder festgenommen wurde, die die Netze ausgelegt hat, und ob Anzeige erstattet wurde.

Die Netze wurden gefasst, die Menschen nicht

Hier liegt der Unterschied zwischen Aktion und System. Wer ein Netz einholt, beseitigt eine Folge. Wer denjenigen fasst, der es ausgelegt hat, verändert die Rechnung jedes Nächsten, der dasselbe erwägt.

Bleibt die Ermittlung auf dem Stand „die Aufsicht wurde informiert“, liegen in denselben Gewässern in wenigen Wochen wieder vier Kilometer Netz. Denn die Kosten für den Täter belaufen sich bislang auf eines - ein verlorenes Netz.

Der See verlangt kein Heldentum. Er verlangt, dass jemand geradesteht.