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AfD bei 43,8 Prozent, CDU halbiert: Merkel sagt, ihr Herz blute

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AfD bei 43,8 Prozent, CDU halbiert: Merkel sagt, ihr Herz blute

43,8 Prozent für die Alternative für Deutschland. 17,2 Prozent für die CDU. Das sind die Zahlen aus der Wahl in Sachsen-Anhalt, und der Abstand dazwischen ist größer als alles, was die deutsche Nachkriegspolitik sich vorzustellen bereit war. Die Partei, die in diesem Land jahrzehntelang staatstragend war, hat ihre eigene Unterstützung von 2021 halbiert.

Angela Merkel, sechzehn Jahre lang Kanzlerin und in dieser ganzen Zeit in der CDU politisch zu Hause, nannte das Ergebnis „eine wirkliche Zäsur“. Ihre Worte gingen über bloße Wahlarithmetik hinaus: „Wenn man das am Sonntagabend schwarz auf weiß sieht, dann ist das schockierend.“ Und dann der Satz, der mehr sagt als jede Analyse - „Als CDU-Mitglied blutet mir das Herz.“

Die Diagnose, die sie sich selbst stellte

Merkel blieb nicht beim Bedauern. Sie verwies darauf, dass die AfD in den sozialen Netzwerken dominiert, die traditionellen Parteien aber nicht. „Es reicht nicht, Parolen aus dem Konrad-Adenauer-Haus zu senden“, sagte sie - gemeint war die Zentrale ihrer eigenen Partei.

Das ist selten: eine Politikerin, die nach einer Niederlage nicht den Wähler beschuldigt, sondern die eigene Kommunikation. Üblicherweise läuft die Reihenfolge umgekehrt - zuerst sind die Medien schuld, dann die „manipulierten“ Wähler, und am Ende niemand.

Merkel lehnte eine Zusammenarbeit mit der AfD ab, warnte aber zugleich, dass das übermäßige Reden über diese Partei, einschließlich der Brandmauer-Rhetorik, ihr mehr nützt als schadet. Mit anderen Worten: Je mehr man über jemanden spricht, desto mehr existiert er.

Die Reaktion und was danach kommt

Die Ergebnisse brachten Tausende Menschen auf die Straßen in ganz Deutschland, die größte Kundgebung fand am Brandenburger Tor in Berlin statt. Ein Protest nach einer Wahl ist legitim und verständlich, aber die Stimmen sind bereits ausgezählt - eine Demonstration ändert sie nicht.

Die verbleibende Frage ist eine andere: Was tut eine Partei, wenn sie die Hälfte ihrer Wähler verliert und ihre dienstälteste Vorsitzende ihr sagt, das Problem sei, wie sie spricht. Deutschland wird die Antwort darauf länger tragen als einen Wahlzyklus - und Europa, den Balkan eingeschlossen, wird mit den Folgen leben.