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Ungarn wies zehn russische Diplomaten aus: Budapest hat den Kurs gegenüber Moskau geändert

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Ungarn wies zehn russische Diplomaten aus: Budapest hat den Kurs gegenüber Moskau geändert

Zehn Mitarbeiter der russischen diplomatischen Mission in Budapest wurden aufgefordert, Ungarn zu verlassen. Die Begründung ist mit diplomatischer Trockenheit formuliert - Tätigkeiten, die mit dem diplomatischen Status unvereinbar sind und der Wiener Konvention widersprechen - was übersetzt heißt, dass Budapest behauptet, diese Leute hätten etwas anderes betrieben als Diplomatie.

Schwer wiegt an dieser Nachricht nicht die Zahl, sondern die Adresse. Jahrelang war Ungarn Moskaus engster Verbündeter in der NATO und in der Europäischen Union. Die Regierung von Viktor Orban bremste und verzögerte sechzehn Jahre lang Sanktionen gegen den Kreml und weitete Energieverträge aus. Nun weist derselbe Staat zehn russische Diplomaten aus.

Verändert haben sich nicht die Diplomaten

Der Unterschied liegt darin, wer entscheidet. Nach dem Wahlsieg im April wird die Regierung von Peter Magyar geführt, das Außenressort von Anita Orban. Der Kurswechsel gegenüber Moskau ist keine Nuance in einer Mitteilung - er ist der Grund, weshalb die Mitteilung überhaupt existiert.

Die ungarischen Behörden legen nicht offen, was diese zehn Personen genau taten. Orban sagte lediglich, die Entscheidung sei zum Schutz von Sicherheit und Souveränität Ungarns getroffen worden; nicht einmal eine Ausreisefrist wurde genannt. Das ist eine bewusste Wahl: Wenn Details nicht veröffentlicht werden, trägt die Handlung selbst die Botschaft.

Bruch ohne Bruch

Budapest betont zugleich, keinen Abbruch der Beziehungen zu Moskau zu wollen. Orban erklärte, dies sei kein diplomatischer Bruch, und Ungarn werde den notwendigen Dialog mit Russland aufrechterhalten, auf Grundlage gegenseitigen Respekts und der Achtung der Regeln.

Das ist der Satz, den man schreibt, wenn man zuschlagen, aber die Tür nicht schließen will. Russland hat bereits angekündigt, auf das, was es einen äußerst feindseligen Schritt nannte, zu reagieren.

Von hier aus wird etwas sichtbar, das man auf dem Balkan festhalten sollte. Die Außenpolitik eines Staates kann sich in wenigen Monaten drehen - dafür müssen aber die Menschen wechseln, die sie führen. Keine Deklarationen, keine Strategien, keine Arbeitsgruppen. Menschen.