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Ein Haus, das jahrzehntelang ein Filmstudio war: eine Renovierung, bei der es am schwersten war, sich nicht selbst zu verlieren

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Ein Haus, das jahrzehntelang ein Filmstudio war: eine Renovierung, bei der es am schwersten war, sich nicht selbst zu verlieren

Es gibt Häuser, die renoviert werden, und Häuser, die sich wie ein Buch lesen. Diese zweite Art ist selten - eine alte städtische Residenz vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts, die jahrzehntelang ein beliebter Ort für Filmdreharbeiten war und nun eine Renovierung durchlaufen hat, bei der die schwerste Aufgabe nicht war, sie zu verändern, sondern sich nicht selbst zu verlieren. Das Ergebnis ist ein Zuhause, das Vergangenheit und Gegenwart zusammenhält, ohne sich für eines von beiden zu entschuldigen.

Das Haus entstand, als ein altes Landhaus im Viertel Gràcia in Barcelona in eine herrschaftliche Residenz verwandelt wurde - mit einem hinzugefügten Turm, Galerien, Zierkränzen und Balustern. Während sich die Nachbarschaft verdichtete und die Gärten neuen Bauten wichen, behielt dieses Haus seinen weitläufigen Innenhof und ein nahezu unberührtes Interieur: Originalmöbel, Teppiche, Lampen und Spiegel. Nicht zufällig wurde es zu einem beliebten Ort für Regisseure und Schauspieler, die hier Filme drehten.

Als die neuen Eigentümer kamen, tauchte das klassische Dilemma auf: Wie modernisiert man ein Zuhause, ohne seinen Charakter auszulöschen. Vorschläge zur vollständigen Entkernung des Interieurs wurden abgelehnt, und das Barceloner Architekturbüro h3o architects wurde gerade wegen seines Feingefühls für den Erhalt gewählt. „Wir begannen, gemeinsam ein Projekt zu ersinnen, das zwischen Transformation und Beständigkeit ausbalanciert”, erzählen die Architekten. Bevor sie irgendeinen Plan zeichneten, sahen sie sich das im Haus gedrehte Material an, um zu verstehen, wie die Räume auf dem Bildschirm aussahen.

Renoviertes Esszimmer im Stil des frühen zwanzigsten Jahrhunderts

Das Esszimmer ist das Herz dieser Philosophie - nahezu unberührt. Die originalen Tapeten, die Gipskränze, die Hydraulikfliesen, die Teppiche, die Lampen, die Spiegel und die Heizkörper blieben genau dort, wo sie immer gewesen waren. Die Architekten beschreiben es als „fossilierten Raum, der wie eine Zeitkapsel wirkt und das emotionale und ästhetische Gedächtnis des Hauses unversehrt bewahrt”. Die Küche behielt dieselbe Logik: Die Holzschränke und die Marmorspüle blieben Zeugen, und der Eingriff erweiterte den Raum nur behutsam.

Der größte Teil der Arbeit konzentrierte sich auf das Erdgeschoss und die Außenräume. Eine kleine Terrasse wurde in das Interieur eingebaut, für eine bessere Verbindung mit dem Garten, und die denkmalgeschützten Elemente - die Hydraulikböden, die alten Heizkörper, die Kränze und die originale Farbpalette - wurden akribisch restauriert. Selbst die Farben wurden nicht zufällig gewählt: Das Team studierte die im Haus gedrehten Filme und schuf eine chromatische Palette, die zu den auf dem Bildschirm verewigten Tönen passt.

Eine kreisförmige Dusche mit Vorhang in einem Badezimmer mit Vintage-Charakter

Das Badezimmer ist vielleicht der dramatischste Teil. Inspiriert von den Wohnräumen der dreißiger Jahre und den frühen hygienistischen Idealen der Moderne, kombiniert es weiße Wände, einen dunklen Boden und ein gewelltes Waschbecken aus Edelstahl und Marmor. Im Zentrum steht eine kreisförmige Dusche, ringsum von einem Vorhang umgeben, die selbst den gewöhnlichsten Akt des Duschens in etwas fast Theatralisches verwandelt. Runde Spiegel und Lampen aus der Epoche runden die zeitlose Atmosphäre ab.

Und dann kommen die Details, die verraten, dass das Haus weiterhin Geheimnisse birgt. Ein rundes Fenster mit welligen Formen wirkt wie ein „Scharnier zwischen zwei Räumen”, wie ein Auge, das sich öffnet und schließt und Blicke von Raum zu Raum erlaubt. Eines der neuen Fenster ist hinter einem falschen Gemälde verborgen - eine direkte Anspielung auf aristokratische Häuser, in denen Geheimnisse hinter Leinwand und Büchern verborgen werden.

Die ganze Geschichte endet im Garten - einer der letzten grünen Ecken des Viertels, verborgen hinter Steinmauern und Eisentoren. Hier sind die Unterschlüpfe für Gänse, die blauen Keramikringe und der Brunnen mit grotesken Details, die jahrzehntelang überdauert haben. Und genau das ist die Lehre dieser Renovierung: Ein modernes Zuhause muss nicht das Auslöschen der Vergangenheit bedeuten. Manchmal ist die mutigste Entscheidung, etwas so zu lassen, wie es ist - und es zu leben, statt es zu verbergen.