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Der Mythos vom „Glück im Bauch": Eine Ernährungsberaterin erklärt, warum das Darm-Serotonin nicht ins Gehirn gelangt

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Der Mythos vom „Glück im Bauch": Eine Ernährungsberaterin erklärt, warum das Darm-Serotonin nicht ins Gehirn gelangt

In den letzten Jahren sind die sozialen Netzwerke voll von Ratschlägen, dass „das Glück im Bauch entsteht" und dass die Depression von selbst vergeht, wenn man nur die richtigen Bakterien im Darm füttert. Klingt schön. Das Problem ist, dass es laut der Ernährungsberaterin Tamara Pazos auch falsch ist - zumindest in dem Teil, den alle verschweigen.

Es stimmt, dass rund 90 Prozent des Serotonins im Körper genau im Darm produziert werden. Aber, wie Pazos erklärt, gelangt dieses Darm-Serotonin unter normalen Bedingungen nicht ins Gehirn. „Der Körper produziert eine große Menge Serotonin im Darm, aber es gelangt nicht ins Gehirn. Wir können nicht behaupten, dass die Mikrobiota Serotonin herstellt und wir uns deshalb glücklich fühlen", sagt sie. Das Gehirn erzeugt sein eigenes Serotonin mithilfe von Tryptophan - einer Aminosäure, die wir über die Nahrung aufnehmen.

Hier kommt der wirklich nützliche Teil. Schlechte Ernährung und chronischer Stress lösen etwas aus, das Experten „Tryptophan-Raub" nennen - ein Enzym lenkt diesen wichtigen Bestandteil von der Serotoninproduktion weg, was sich dann auf Stimmung und geistige Klarheit auswirken kann. Die Darm-Hirn-Verbindung gibt es also, sie ist nur nicht so romantisch, wie die Influencer sie verkaufen.

Was hilft wirklich? Pazos empfiehlt einfache, undramatische Dinge: ballaststoffreiche Kost und vielfältiges Gemüse, fetten Fisch, Walnüsse, Olivenöl und reinen Kakao, regelmäßigen Schlaf, körperliche Aktivität und einen vernünftigen Umgang mit Stress. Antibiotika nur, wenn sie wirklich nötig sind. Nichts davon ist ein teures Nahrungsergänzungsmittel in glitzernder Verpackung - und genau deshalb wird es selten „Revolution" genannt. Echte Sorge um die Gesundheit ist meist langweilig, billig und ohne Hashtag.