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Azeski aus Brüssel: Korruption und Schattenwirtschaft würgen das Geschäft auf dem Westbalkan ab

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Azeski aus Brüssel: Korruption und Schattenwirtschaft würgen das Geschäft auf dem Westbalkan ab

Korruption, Schattenwirtschaft und eine funktionsunfähige Verwaltung - das sind die drei größten Hindernisse für das Geschäft auf dem Westbalkan. Und es sagt das keine NGO von außen, sondern Branko Azeski, Chef der Wirtschaftskammer, und zwar aus Brüssel, vor 500 Vertretern europäischer Institutionen, der Wirtschaft und des zivilen Sektors.

Azeski sprach bei einer Debatte über die EU-Erweiterung, organisiert vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss. Laut den von ihm zitierten Untersuchungen nennen mehr als 90 Prozent der Unternehmen der Region genau diese drei Faktoren als größtes Hindernis für die Geschäftsentwicklung und für neue Investitionen. Hinzu kämen die unterentwickelte Gas- und Verkehrsinfrastruktur und die Schwächen in der Rechtsstaatlichkeit.

Die Botschaft trifft gerade deshalb, weil sie von innen kommt. Wenn ein Geschäftsmann, der seit Jahrzehnten in der Region arbeitet, sagt, Korruption und Schattenwirtschaft würgen das Wachstum ab, dann ist das keine politische Erzählung - es ist die Diagnose eines Mannes, der die Folgen bezahlt. Und das ist der Unterschied zwischen einem Bericht aus Brüssel, den man leicht als Einmischung von außen abtut, und den Worten von jemandem aus dem eigenen Hof.

Azeski betonte, die Integration des Westbalkans in die EU müsse Hand in Hand mit konkreten Reformen gehen, die berechenbare Bedingungen für das Wirtschaften schaffen und eine schnellere Annäherung an den europäischen Markt ermöglichen. Erweiterungskommissarin Marta Kos wiederholte ihrerseits, die Erweiterung bleibe eine strategische Priorität der Union.

Eine strategische Priorität - eine Formel, die wir seit Jahren hören, während der Prozess stillsteht. Das Problem, wie Azeski selbst zeigt, liegt nicht nur in Brüssel. Es liegt auch hier, in den Institutionen, die die Reformen umsetzen sollen, über die alle reden und die kaum jemand macht. Will die Regierung wirklich berechenbare Bedingungen für die Wirtschaft, oder stört die Berechenbarkeit ganz andere Interessen?