Skip to content

Čair bekommt ein Schwimmbad für eine Million Euro - 1.800 Fünft- und Sechstklässler lernen im Unterricht schwimmen

1 Min. Lesezeit
Teilen
Čair bekommt ein Schwimmbad für eine Million Euro - 1.800 Fünft- und Sechstklässler lernen im Unterricht schwimmen

In Topansko Pole, in der Gemeinde Čair, wurde ein Sportschwimmbad im Wert von etwa 1 Million Euro eröffnet, gebaut mit Unterstützung des Sportministeriums und der Regierung. Es ist das erste moderne Hallenbad in diesem dicht besiedelten Skopjer Stadtteil - und interessanter als das Eröffnungsband und die Fotos ist das, was danach kommt.

Ab dem nächsten Schuljahr werden etwa 1.800 Fünft- und Sechstklässler Schwimmen als Pflichtfach haben. Das ist kein einfacher Kurs. Es ist eine Veränderung, die eine ganze Generation von Kindern beeinflussen kann, die bisher aus wirtschaftlichen Gründen oder mangels Infrastruktur nie schwimmen gelernt haben.

Schwimmen war in Mazedonien traditionell ein Klassenmarker. Familien, die sich Sommerurlaube am Meer oder private Pools leisten konnten, deren Kinder schwammen. Kinder aus ärmeren Vierteln konnten weder schwimmen, noch hatten sie die Möglichkeit, es zu lernen. Das ist reale Ungleichheit in einem Land, das EU-Mitglied werden will.

Jetzt führt Čair Schwimmen als Grundkompetenz für alle ein. Das ist aus drei Gründen wichtig. Erstens - Sicherheit. Ein großer Teil der mazedonischen Kinder kann nicht richtig schwimmen. Das bedeutet erhöhtes Ertrinkungsrisiko, sowohl im Adria-Urlaub als auch am Binnensee. Zweitens - Koordination und Disziplin. Schwimmen ist eine der komplexesten motorischen Fähigkeiten und wirkt sich positiv auf die allgemeine Fitness aus. Drittens - soziale Gleichheit. Alle Kinder, unabhängig vom Budget der Eltern, starten am gleichen Punkt.

Der Test liegt in der Nachhaltigkeit. Viele Projekte in Skopje und Mazedonien werden mit Bändern eröffnet, aber nicht gepflegt. Wird das Bad in zwei, drei, fünf Jahren noch funktionieren? Wird es qualifizierte Instruktoren geben? Wird die Wasserchemie zertifiziert sein? Werden Reparaturen pünktlich erledigt? Wenn die Antwort auf all diese Fragen „ja" lautet, dann ist das ein Modell, das auch in andere Stadtteile übertragen werden kann - nicht nur in Čair, sondern auch in Aerodrom, Kisela Voda, Gazi Baba.

Und wenn das Bad in zwei Jahren zum Symbol dafür wird, was bei mazedonischen öffentlichen Investitionen nicht funktioniert - geschlossene Tage, Renovierungen ohne Termin - dann bleibt es nur ein „schönes Foto vom Eröffnungstag". Welche Variante eintritt, hängt von der Investition in die Wartung ab, nicht in den Bau.