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Credi Yes verliert die Lizenz - aber was passiert mit den bestehenden Schulden zehntausender Kunden?

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Credi Yes verliert die Lizenz - aber was passiert mit den bestehenden Schulden zehntausender Kunden?

Das Finanzministerium hat dem Schnellkreditunternehmen „Credi Yes" die Betriebslizenz entzogen - einem der größten Akteure in diesem Segment in Mazedonien, mit etwa 40 Filialen im Land. Die Entscheidung folgt einer außerordentlichen Inspektion, die nach einer Bürgerbeschwerde eingeleitet wurde und „systemische Mängel im Betrieb" feststellte. Konkrete Details wurden bislang nicht veröffentlicht.

Das ist der Beginn eines ernsten wirtschaftlichen Schocks. Über 100 Beschäftigte verlieren ihren Job. Das Unternehmen darf keine neuen Kredite mehr bewilligen oder auszahlen. In den ersten Meldungen weniger beachtet wurde, dass dies kein Einzelschritt ist - es ist ein Signal für strengere Regulierung eines ganzen Sektors, der sich in den letzten fünf Jahren dramatisch ausgeweitet hat.

Aber die größte Frage für den normalen Bürger ist nicht, was mit dem Unternehmen passiert. Die Frage ist: was passiert mit meinen Schulden, wenn ich dort einen Kredit aufgenommen habe? Die zunächst widersprüchliche Antwort lautet - die Schulden bleiben. Der Lizenzentzug hebt bestehende Verpflichtungen nicht auf. Das Unternehmen darf keine neuen Kredite mehr vergeben, hat aber das Recht und die Pflicht, die bereits vergebenen einzuziehen.

Das heißt, Kunden mit aktiven Verträgen müssen ihre Raten gemäß bestehenden Verträgen weiter zahlen. Das Ministerium verspricht, weitere Anweisungen zum Einzugsverfahren zu veröffentlichen - denn ohne funktionierende Filialen und ohne operative Struktur ist es physisch schwer, irgendwo hinzugehen und zu zahlen. Wird die Zahlung über ein Bankkonto erfolgen? Wer verwaltet die offenen Schulden - dasselbe Unternehmen über einen Rechtsvertreter, oder jemand anderes?

Für Bürger mit offenen Schulden ist das ein zusätzliches Risiko. Sie haben Anspruch auf Schutz vor unregelmäßigen Inkassomethoden. Kein unbefugter Akteur darf sie ausgerechnet jetzt, wo die Lizenz entzogen wurde, kontaktieren und Bargeldzahlung verlangen. Alle Verpflichtungen laufen über den Vertrag - und im Streitfall über das Gericht.

Das Geschäft mit Schnellkrediten in Mazedonien entstand als Reaktion auf bankübliche Verfahren, die als bürokratisch und für Geringverdiener unzugänglich galten. Schnellkredite boten Geld „in fünf Minuten". Der Preis: deutlich höhere Zinsen als bei Banken. „Credi Yes" arbeitete seit 2019 - sieben Jahre, in denen es zehntausende Kunden sammelte, viele davon mehrfach - und nun, da die Lizenz weg ist, bleiben Fragen für den ganzen Sektor. Können die nächsten Unternehmen fallen? Was passiert mit Konkurrenten, die ein ähnliches Modell fahren? Und wie sieht der Verbraucherschutz in der Zwischenzeit aus?