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Bahnhof Skopje wird endlich saniert: 60 Jahre Verwahrlosung, Fakultät für Architektur arbeitet an der Rekonstruktion, IZIIS prüft die Tragstruktur

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Bahnhof Skopje wird endlich saniert: 60 Jahre Verwahrlosung, Fakultät für Architektur arbeitet an der Rekonstruktion, IZIIS prüft die Tragstruktur

Der Bahnhof von Skopje, seit Jahrzehnten ein Synonym für Verwahrlosung, wird endlich gereinigt. Der Direktor des öffentlichen Unternehmens „Mazedonische Eisenbahnen - Infrastruktur", Sinisha Ivanovski, kündigte den Beginn einer Aktion zur Wiederherstellung des repräsentativen Erscheinungsbilds an - und das ist das erste Mal seit 15 bis 20 Jahren, dass eine offizielle Stelle die Verantwortung dafür übernimmt.

Schritt eins: Entfernung von Werbetafeln und beleuchteter Reklame. Von all den Werbeflächen, die über die Jahre planlos gewachsen sind, ist nur noch eine übrig - bei „Hamza Doner", der sich weigert, sie selbst abzunehmen. Ivanovski stellt ein Ultimatum: 7 Tage, andernfalls wird der Mietvertrag gekündigt. Klingt nach einer Kleinigkeit. Für den brutalistischen Sehzustand des Bahnhofs sind diese Reklametafeln aber das Symbol politischer Abwesenheit.

Schritt zwei: Grundhygiene. Innen und aussen. Graffiti weg, Staub weg, illegale Plakate weg, vernachlässigte Zonen ersetzt durch saubere, funktionale Räume.

Der dritte Schritt ist der ehrgeizigste: eine komplette Rekonstruktion. Ivanovski bestätigt die Zusammenarbeit mit der Fakultät für Architektur am Projekt und mit dem Institut für Erdbebeningenieurwesen und ingenieurseismologische Seismologie (IZIIS) bei der statischen Prüfung. Das brutalistische Gebäude, errichtet nach dem Erdbeben von 1963 (mit dem japanischen Architekten Kenzo Tange als Teil des Stadtplans), steht unter Denkmalschutz. Reissen und neu bauen ist also nicht erlaubt.

Putzen allein wird nicht reichen. Der Bahnhof hat 60 Jahre an strukturellen Problemen angesammelt. IZIIS wird festlegen, was bleiben kann, was ersetzt werden muss und was es kostet. Wenn die Aktion ernsthaft durchgezogen wird, dauert sie 2 bis 3 Jahre.

Zusätzlich: Verkehrsminister Aleksandar Nikoloski kündigte vergangene Woche an, dass die erste Linie des Projekts „Stadtzug" im September dieses Jahres in Betrieb gehen soll - von Zelenikovo über Drachevo, Kisela Voda und den Flughafen bis zum Bahnhof Skopje. Wenn diese Linie tatsächlich funktioniert, wird der Bahnhof wieder zu einem wichtigen Verkehrsknoten - und die Rekonstruktion bekommt einen neuen Sinn.

Die Frage für Pendler-Leser: ist der „Stadtzug" wirklich startbereit für September, oder wieder ein Termin, der verschoben wird? Nur vier Monate bleiben. Wenn Testzüge mit Passagieren rollen, dann können wir es glauben.