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Bus-Ausschreibung in Skopje wird erneut ausgeschrieben: 157 von 341 Fahrzeugen täglich im Einsatz, SDSM wirft Manipulation zugunsten Orban-naher Firma vor

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Bus-Ausschreibung in Skopje wird erneut ausgeschrieben: 157 von 341 Fahrzeugen täglich im Einsatz, SDSM wirft Manipulation zugunsten Orban-naher Firma vor

Die Ausschreibung für neue Busse in Skopje wird innerhalb einer Woche erneut ausgeschrieben, so die Stadt Skopje. Die vorherige Ausschreibung für 150 Ökobusse ist gescheitert - laut Verkehrsministerium hätten „die teilnehmenden Firmen die Bedingungen nicht erfüllt". Die Skopjaner, die jeden Tag an den Haltestellen stehen und auf halbwegs fahrtüchtige Busse aus den 80ern warten, treten wieder in die Phase „wir warten" ein.

Zum Kontext: Von insgesamt 341 Bussen des JSP „Skopje" sind täglich 185 funktionsfähig, im Verkehr fahren tatsächlich nur 157. Mehr als die Hälfte der Flotte ist also jeden Tag ausser Betrieb. Überfüllte Busse an den Haltestellen, Verspätungen von 30+ Minuten, Linien, die Familien aus dem öffentlichen Nahverkehr drängen - das ist die Realität.

Von vier Angeboten der vorherigen Ausschreibung bestand keines die Prüfung. SDSM warf vor, das Ziel sei gewesen, „eine Orban-nahe Firma zu installieren" - also, das Verfahren sei gezielt auf einen bestimmten ungarischen Kandidaten zugeschnitten worden. Die Linke argumentierte umgekehrt: Seit fünf Jahren werden „Ökobusse" versprochen, geliefert wird nichts.

Was ist die Realität des Vergabeverfahrens in Mazedonien? Das versteckte Risiko: Jede neue Ausschreibung braucht mindestens 90 Tage Bearbeitung - Veröffentlichung, Angebotseinholung, Bewertung, Vertrag, Unterschrift. Selbst wenn diese Runde gelingt, kommen die ersten Busse nicht vor Ende 2026 in Skopje an. Bis dahin: dieselben 157 Fahrzeuge, dasselbe Chaos an den Haltestellen, dasselbe blockierte System.

Die Frage, die nicht gestellt wird: Wenn die aktuelle Flotte zu 46 Prozent (157/341) funktioniert, wer wartet die übrigen Busse? Wie hoch sind die laufenden Wartungskosten? Und warum haben die Skopjer Taxifahrer nach fünf Jahren Versprechungen ungefähr denselben Marktanteil wie vor fünf Jahren - weil niemand bei klarem Verstand auf den JSP setzt, um pünktlich anzukommen?

Antwort: JSP ist ein politisches Symbol. Es wird in Kampagnen genutzt, nicht in der Realität gelöst. Bürger warten. Behörden versprechen. Ausschreibungen scheitern. Der Zyklus läuft weiter. Und wie solche Geschichten in anderen europäischen Städten enden - wenn politischer Wille auf fiskalische Mittel trifft, ist das Problem in 18 Monaten gelöst. Wenn nicht - 30 Jahre Warten.