Skip to content

Martin Trenevski mit 77 verstorben: erster Informationsminister, NATO-Botschafter und TANJUG-Korrespondent aus Australien

1 Min. Lesezeit
Teilen
Martin Trenevski mit 77 verstorben: erster Informationsminister, NATO-Botschafter und TANJUG-Korrespondent aus Australien

Martin Trenevski, ehemaliger Minister, Botschafter und Journalist, ist verstorben - eine der seltenen Persönlichkeiten, die nahezu jede institutionelle Rolle in den ersten Jahren des unabhängigen Mazedoniens durchlief und dennoch im kollektiven Gedächtnis blieb. Die Familie verkündete die Nachricht; die Beerdigung findet am 27. Mai um 13:00 Uhr auf dem Stadtfriedhof Butel statt.

Trenevski wurde 1949 in Skopje geboren. Er studierte Englische Sprache und Literatur an der Philologischen Fakultät „Hl. Kyrill und Method" und machte einen Master in Politikwissenschaft. Seine journalistische Karriere begann er mit Texten in Tages-, Wochen- und Monatszeitschriften in Skopje. Den professionellen Höhepunkt im Journalismus erreichte er bei der damaligen Agentur TANJUG, wo er 1986 zum Korrespondenten für Australien und den Südpazifik ernannt wurde.

Dort gelang Trenevski, was nur eine kleine Gruppe mazedonischer Journalisten geschafft hat: Er begleitete und stärkte die mazedonische Gemeinschaft in einem fernen Teil der Diaspora. In einer Zeit, in der die mazedonische Auswanderung in Australien politisch unter Druck stand - mit Druck griechischer Lobbygruppen auf australische Behörden, mit Kämpfen um Identität und Selbstbestimmung - waren seine Berichte eine Brücke zur Heimat.

Nach der Unabhängigkeit Mazedoniens war Trenevski Informationsminister in der ersten Regierung und später Minister im Ministerium für die Auswanderung. Als Botschafter vertrat er Mazedonien in Schweden, Norwegen, Finnland und Estland, war Generalkonsul in Toronto und Botschafter bei der NATO. Ein Portfolio, das wenige Diplomaten haben - sowohl die nordischen Länder als auch die NATO während der kritischen Vor-Beitrittsphase.

Politisch war Trenevski Mitglied und Aktivist der VMRO-DPMNE von Beginn der Partei an. Das ist wichtig für den Kontext: Er war kein „unabhängiger Experte", sondern Teil der politischen Strömung, die Mazedonien in den ersten zwei Jahrzehnten prägte. Für seine Arbeit als Journalist, Publizist und Diplomat erhielt er mehrere nationale und internationale Auszeichnungen, darunter die renommierteste - „Mito Hadschiwasilev-Jasmin" 1983.

Was bleibt von einer Generation, die geht? Trenevski war Teil einer Generation, die zwei Karrieren hatte - unter Jugoslawien und unter dem unabhängigen Mazedonien. Diese Menschen verstanden die Übergangszeit nicht als Lehrbuchkonzept, sondern als ihr eigenes Leben. Ohne diese Generation ist das Verständnis der 30 Jahre Mazedoniens deutlich dünner. Ruhe in Frieden.