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Muslime in JSP fahren am Bajram, Christen an Zadušnica - KSOM warnt die Stadt Skopje

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Muslime in JSP fahren am Bajram, Christen an Zadušnica - KSOM warnt die Stadt Skopje

Die Konföderation der Gewerkschaftsorganisationen Mazedoniens (KSOM) hat dem Bürgermeister von Skopje eine Botschaft geschickt: Das öffentliche Verkehrsunternehmen JSP funktioniert mit einem internen Problem, das bereits Hunderte Gerichtsverfahren ausgelöst hat. Der Generalsekretär der Gewerkschaft, Goce Delčev Todev, brachte es ironisch auf den Punkt: „Orce soll einen JSP-Direktor wählen - die Muslime fahren an Zadušnica, die Christen am Bajram."

Hinter der Ironie steht ein reales Problem. JSP hat 360 Busfahrer - davon sind 107 Muslime. Das sind fast 30% der Belegschaft. An christlichen Feiertagen (Ostern, Zadušnica, Weihnachten) fahren die Busse traditionell mit reduziertem Fahrplan - aber wenn das Opferfest auf einen Werktag fällt, gilt dieselbe Regel nicht. Ergebnis: Muslime werden gezwungen, an ihrem wichtigsten Feiertag zu arbeiten.

Es ist ein technisches Problem mit erheblicher moralischer Last. In einem Land, das sich als multikulturell darstellt und dessen Verfassung religiöse Gleichheit garantiert, kann es nicht neutral sein, dass einige Gläubige ihren Feiertag haben und andere Bus fahren müssen. Das ist keine Diskriminierung „im Gesetz", aber Diskriminierung „in der Praxis".

Und es ist nicht das einzige Problem bei JSP. Laut Gewerkschaft gibt es mehr als 350 Gerichtsverfahren gegen das Unternehmen - mit Hilfe von sieben Anwälten. Hauptstreitpunkte: nicht gezahlte Feiertagszulagen, falsch berechnete Überstundenvergütungen, Nachtarbeitszuschläge. Das ist eine enorme Zahl für ein Unternehmen mit wenigen tausend Beschäftigten.

KSOM fordert eine außerordentliche Kontrolle durch die Arbeitsinspektion. Das ist der logische Schritt - wenn Hunderte Arbeiter wegen derselben Rechtsverletzung vor Gericht ziehen, ist das keine Serie von Einzelfällen, sondern ein systemisches Problem in der Unternehmensführung. Besonders auffällig - laut Gewerkschaft weigert sich die JSP-Leitung, mit den unabhängigen Gewerkschaften zu sprechen, was eine stille Spannung vor einem möglichen größeren Arbeitskonflikt aufbaut.

Das ist auch ein Test für Bürgermeister Orce Gjorgjievski. Warum? Weil JSP unter der Zuständigkeit der Stadt Skopje steht. Wenn Hunderte Angestellte gegen ein städtisches Unternehmen prozessieren, kann der Bürgermeister nicht neutral bleiben. Das heißt: Entweder er stellt sich hinter die Arbeiter und fordert Änderungen in der Leitung, oder er lässt sie ihre Rechte selbst durch alle Instanzen einklagen. Bis dahin wird die Rhetorik von der „Stadt mit Seele" zur Bewerbung für politische PR.