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Ferrari Luce: Das erste E-Modell zielt auf China, nicht auf die eigenen Kunden - Ive vergleicht es mit dem Quarz-Moment von Patek Philippe

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Ferrari Luce: Das erste E-Modell zielt auf China, nicht auf die eigenen Kunden - Ive vergleicht es mit dem Quarz-Moment von Patek Philippe

Ferrari hat sein erstes Elektroauto vorgestellt, und die Reaktion des Internets ging von Verwirrung in Erschöpfung über. Das Fahrzeug heißt Luce, vorwiegend entworfen von Jony Ive (ehemaliger Chefdesigner bei Apple) und seiner Firma LoveFrom in Zusammenarbeit mit Marc Newson. Es hat 1.000 PS, beschleunigt in etwas mehr als zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h - und ist trotzdem das Fahrzeug, über das nach dem Cybertruck am meisten gespottet wird.

Das Design ist keilförmig, leicht Nissan-artig, mit fünf Sitzen (was für Ferrari für sich schon ein Skandal ist). Der Preis beginnt bei etwa 650.000 Dollar. Bloomberg schrieb, der Luce sei „eine etwas erzwungene Lösung". Die Aktien des Unternehmens fielen nach der Ankündigung. Die Frage, die alle stellen, ist einfach: Für wen ist dieses Auto?

Aktuelle Ferrari-Besitzer? Unwahrscheinlich - 80% der jährlich 14.000 Neukunden haben bereits einen anderen Ferrari in der Garage, und sie kaufen wegen der scharfen klassischen Linien. Luce hat diese Linien nicht. Für Regulierer? Vielleicht. Die EU führt ab 2035 strenge Beschränkungen für den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ein. Luce könnte Ferraris erster Schritt zur begrenzten Compliance sein.

In einem Interview mit einer öffentlichen Person vergleicht Ive diese Designherausforderung mit der Transformation der Schweizer Uhrenmarke Patek Philippe vom mechanischen zum Quarzwerk. Sie überlebten, weil sie alte mit neuen Modellen klug mischten. Ive fügte hinzu: „Wäre Patek Philippe gesetzlich verpflichtet gewesen, die gesamte Linie auf Quarz umzustellen, wäre die Situation ähnlich wie die, die Ferrari heute durchsteht."

Ferraris Marketingdirektor sagte der Financial Times, die Zielgruppe des Luce sei „jemand, der bereits ein Elektroauto besitzt" - eine Aussage, die in der Praxis bedeutet, dass bestehende Ferrari-Kunden nicht die Hauptzielgruppe sind. Das ist keine diplomatische Formulierung; das ist ein öffentliches Eingeständnis.

Wo ist dann der reale Markt? China. Chinesische Käufer machten bislang etwa 10% der Gesamtverkäufe von Ferrari aus, und diese Zahl ist in den letzten Jahren gesunken. China hat den größten Markt für Elektrofahrzeuge der Welt, chinesische Hersteller dominieren bereits - und Ferrari will sein Geld mit einem Design zurückholen, das ironischerweise dem ähnelt, was chinesische Marken bereits bauen. Die Frage ist dann nicht das Design, sondern das Dilemma: Wird der chinesische Käufer mit Auswahl zwischen Nio, Xpeng und BYD extra für das springende Pferd auf der Motorhaube zahlen? Das wird sich bis Jahresende zeigen.