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Start-up für Online-Spielturniere sammelt 20 Millionen ein - nicht mit KI, mit Darts in einer Nachtbar

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Start-up für Online-Spielturniere sammelt 20 Millionen ein - nicht mit KI, mit Darts in einer Nachtbar

Wenn die ganze Venture-Branche nur eine Art Start-up will - solche mit „KI" im Namen -, wie bekommt man 20 Millionen Dollar für eine Firma, die Online-Spielturniere macht? Lucra Sports, gegründet von Dylan Robbins, hat das mit zwei Tricks gelöst: einem Bier an der Bar und einem umgepackten Pitch.

Lucra bietet eine Plattform für interaktive Spiele als Markenbindung für Unternehmen - statt Gutscheine zu sammeln, spielst du ein Online-Turnier um einen Preis oder wettest mit Freunden, wer das nächste Spiel bei Dave & Buster's oder Five Iron Golf gewinnt. Keine KI. Keine Robotik. Nicht das nächste grosse Ding - sondern eine alte Sache, digital neu verpackt.

Dennoch überzeugte Robbins Cathie Wood und ihren ARK Invest Venture Fund, die Series B mit 20 Millionen Dollar anzuführen. ARK hatte sich bereits an einem ähnlichen Produkt die Finger verbrannt - Skillz, eine frühere Wettbewerbsplattform fürs Gaming, in die der Fonds investierte und später mit Verlust verkaufte. Keine offensichtliche Wette. Aber Robbins hatte ein Ass: eine persönliche Verbindung.

„Sechs Monate nach dem ersten Darts-Spiel in einer Bar in New York traf ich denselben Mann wieder. Er arbeitete bei ARK. Wir redeten über Lucra, und er führte mich ins Investmentteam ein." So begann der Weg - kein Pitch Deck, keine Kalt-Mail, sondern ein Gespräch neben dem Spiel.

Der zweite Trick: das Umpacken des Pitches. „Q4 2025 war der Höhepunkt des KI-Rauschens. Bei jedem dritten Gespräch sagte mir die erste Zeile: 'wir investieren nur in KI, wir wollen keine Zeit verschwenden'." Robbins fing an, den Pitch mit KI zu eröffnen - nicht dass die Firma KI baut, sondern dass wenn KI funktioniert, die Menschen mehr Freizeit für Spiele haben werden, und wenn nicht, eine Nicht-KI-Wette wie kluge Diversifizierung aussieht. Ein Hedge in beide Richtungen.

Der Punkt ist: Die Venture-Welt ist in eine Echokammer gefallen. Alles ohne „KI" im Titel bekommt ein Nein. Lucra bekam Geld nicht, weil sie das System überspielt hat, sondern weil der Gründer einen wunden Punkt fand - einen VC-Sektor, der sich fürchtet, vor seinen LP-Investoren zu sagen „ich investiere in etwas Altes".