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Brent springt auf 98,50 Dollar nach neuen US-Angriffen im Iran - UBS warnt vor 246 Millionen Barrel verlorenen Reserven

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Brent springt auf 98,50 Dollar nach neuen US-Angriffen im Iran - UBS warnt vor 246 Millionen Barrel verlorenen Reserven

Der Brent-Ölpreis stieg heute Morgen um mehr als zwei Prozent nach neuen US-Angriffen auf Ziele im südlichen Iran. Das globale Referenzbarrel kostet jetzt 98,50 Dollar. Amerikanisches „West Texas Intermediate" wird zu 91,95 Dollar gehandelt - niedriger als am Freitag, doch die Bewegung am Montag wurde durch den US-Feiertag gedämpft.

Das ist die kleine Geschichte. Die grosse Geschichte: Der Markt handelt Erwartungen. Die Schweizer Bank UBS warnt, dass die globalen Ölreserven im März und April um 246 Millionen Barrel gesunken sind und dass die kumulierten Produktionsverluste bis Ende Mai 1 Milliarde Barrel überschreiten könnten. Mit anderen Worten: Der Markt sei „ernsthaft defizitär" - und das vor jeder neuen Eskalation.

Was passiert politisch? Das US-Zentralkommando bezeichnet die Angriffe als „defensiv" - gerichtet gegen iranische Boote, die angeblich Minen legten, und gegen Raketenwerfer. Donald Trump schrieb in den sozialen Medien, die Gespräche mit dem Iran „verlaufen gut", und sendete gleichzeitig eine Warnung vor zusätzlicher Militäraktion, falls sie scheitern.

Das ist die Rhetorik des Doppelsignals. Trump nutzt den Starkmann-Stil: Wir sind bereit, Frieden zu schliessen, aber wir sind auch bereit, Krieg zu führen. Die Wahl liegt bei euch. Das funktioniert im Wahlkampf, in der internationalen Politik aber sendet es verwirrende Signale - und die Märkte lesen sie als erhöhtes Risiko.

Für Mazedonien ist das keine abstrakte Geschichte. Wir sind zu 100 Prozent abhängig vom Import von Erdölprodukten. Wenn die globalen Preise in den nächsten zwei Wochen um 5-10 Prozent steigen, muss die Regulierungskommission für Energie (RKE) Benzin und Diesel anheben. Das bedeutet teurere Lebensmittel (Frachttransport wird teurer), teurere kommunale Dienste, teurere Buslinien. Einfache Arithmetik.

Die Frage, die Ökonomen vermeiden: Wo sind nun die „strategischen Ölreserven", die der Staat seit 2015 aufbauen sollte? Welche Überlegungen gibt es für alternative Lieferanten? Wie lange kann Mazedonien ohne Importe aus kritischen Märkten durchhalten, wenn Hormus für zwei Wochen geschlossen wird? Wenn die Antwort „wir wissen es nicht" lautet - das ist ein offizielles Versagen, kein parteiischer Angriff.