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Deutschland: AfD führt erstmals in der Geschichte in den Umfragen - 27 Prozent, Merz' CDU bei 24

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Deutschland hat eine neue politische Landschaft, und das ist keine Metapher - es ist eine statistische Tatsache. Alternative für Deutschland (AfD), eine Partei, die vor fünf Jahren als marginal galt, ist nun erste Wahl von 27 Prozent der Deutschen. Der CDU/CSU-Block von Kanzler Friedrich Merz verlor zwei Prozentpunkte und liegt nun bei 24 Prozent. Zum ersten Mal in der modernen deutschen Geschichte führt eine rechtsradikale Partei in nationalen Umfragen.

Die Zahlen sind beschämend für die Regierung. Nur 13 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit des aktuellen CDU/CSU-SPD-Blocks zufrieden. Das ist eine der niedrigsten Zustimmungswerte, die je im Deutschlandtrend gemessen wurden. Merz selbst erhält eine 16-Prozent-Bewertung - die niedrigste in der Geschichte für einen amtierenden Kanzler. 69 Prozent der Deutschen halten Merz für nicht der Position gewachsen. Wenn ein Politiker solche Zahlen bekommt, ist jeder Politologen-Rat überflüssig - die Bürger haben ihre Meinung bereits ausgesprochen.

Die übrigen Zahlen runden das Bild einer zersplitterten deutschen Politik ab: SPD 14 Prozent, Grüne 12 Prozent, Linke 11 Prozent. Keine der alten großen Parteien hat eine dominierende Stellung. Rechnet man zusammen, ist keine stabile Koalition möglich - weder ohne noch mit der AfD, der Partei, mit der bisher alle erklärten, nicht verhandeln zu wollen.

Für den Balkan ist das nicht nur eine deutsche Nachricht. Deutschland ist größter Handelspartner Mazedoniens, Serbiens, ganz Südosteuropas. Wenn Berlin wackelt, wackelt auch Skopje. Die wirtschaftlichen Folgen politischer Instabilität in Deutschland fließen in Investitionen, die nicht kommen, Projekte, die verschoben werden, und Arbeitsplätze in deutschen Fabriken, die Balkanesen aufbauen. Grund zur Sorge für einen Balkan-Leser? Wahrscheinlich mehr, als er sich selbst eingestehen will.

Und die Frage, die in europäischen Kreisen immer öfter gestellt wird, ist einfach: Was passiert, wenn eine Partei, die der europäische politische Mainstream als illegitim behandelte, 27 Prozent bei nationalen Umfragen erhält? Es ist nicht mehr möglich zu behaupten, sie sei „marginal". Es ist auch nicht mehr möglich, sie zu ignorieren. Und wenn das ist, was die Deutschen wählen, dann lautet die Frage nicht, wie man die AfD stoppt - sondern warum die aktuelle politische Elite ihren eigenen Wählern so irrelevant geworden ist.