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Politico: Das größte Hindernis für einen Iran-Deal ist Trumps Ego

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Laut einer Analyse von Politico ist das größte Hindernis für ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts zwischen den USA und Iran womöglich weder die technischen Details des Atomregimes noch die Handelssanktionen - sondern Donald Trumps Ego.

Trumps Verhandlungsstil basiert auf dem „Anhäufen von Beleidigungen, Verspotten der Gegner und der Beharrlichkeit, in allem zu gewinnen", schreibt die Analyse. Ein Stil, der in der US-Innenpolitik funktioniert - aber nicht in internationalen Verhandlungen mit Staaten wie Iran, wo jeder Kompromiss so eingerahmt sein muss, dass er die Gegenseite vor dem eigenen Volk nicht demütigt.

Ein anonym zitierter arabischer Funktionär aus der Golfregion sagte: „Trump will dies verzweifelt beenden. Doch die Iraner verweigern ihm derzeit das, was er braucht, um sein Gesicht zu wahren und abzutreten. Und er scheint nicht zu begreifen, dass auch sie ihr Gesicht wahren müssen."

Die iranische Position ist klar: kein Abkommen, das wie eine „totale Kapitulation vor Washington" aussieht. Zu ihren „roten Linien" gehört das Recht auf zivile Urananreicherung - genau das, was Trump dauerhaft beschränken will. Ein technischer Streit, der seit 20 Jahren läuft. Neu ist die politische Psychologie eines Präsidenten, der in Kategorien „Sieg vs. Niederlage" denkt - nicht in Kategorien „nachhaltiger Kompromiss".

Trump hat eine persönliche Geschichte mit dem Iran, die bis zur Geiselkrise 1979 zurückreicht. Es geht also nicht nur um Politik - es geht um persönliche Rache in Gestalt einer Staatsstrategie. Wenn ein Verhandler 45 Jahre persönliche Frustration und ein starkes Ego mitbringt, das keine „halben Siege" duldet, wird ein vernünftiger Kompromiss mathematisch unmöglich.

Für den Balkan ist das keine ferne Frage. Krieg im Nahen Osten beeinflusst direkt die Spritpreise, den Reisetourismus und die Sicherheit der Luftkorridore. Beharrt Trump auf „Sieg mit Kapitulation" und Iran lehnt ab, werden langwierige militärische Auseinandersetzungen zur wahrscheinlichen Realität. Heißt: noch ein Jahr hoher Spritpreise, noch ein Jahr Druck auf die Fluggesellschaften, noch ein Jahr Wirtschaft, die auf eine „geopolitische Lösung" wartet.

Politico stellt indirekt die Frage: kann ein Präsident umdenken, wenn ein realistisches Abkommen es verlangt? Trumps Geschichte sagt - nein. Iran sagt dasselbe - es kapituliert nicht vor einer Rede. Wenn beide Seiten auf diesem Modell sitzen, kollabieren die Verhandlungen, bevor sie beginnen.