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Epstein vor dem Tod: Gericht veröffentlicht sechs Jahre später eine handgeschriebene Notiz

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Ein Bundesrichter in New York hat am Mittwoch die Veröffentlichung eines Dokuments genehmigt, das als Notiz vor dem Tod von Jeffrey Epstein gilt - dem Finanzier und Sexualstraftäter, der im August 2019 tot in einer Zelle in Manhattan gefunden wurde. Die Notiz war handgeschrieben und wurde vom verurteilten Mörder und Ex-Polizisten Nicholas Tartaglione gefunden, der einige Wochen vor Epsteins Tod mit ihm eine Zelle teilte.

Bezirksrichter Kenneth Karas fand keinen rechtlichen Grund, die Notiz geheim zu halten. Er bestätigte weder ihre Echtheit, noch ging er der Frage nach, wer sie wann gefunden hat. „Keine Partei hat einen entgegenstehenden Grund identifiziert, der rechtfertigen würde, die Notiz versiegelt zu halten", urteilte Karas.

Die Notiz wurde von Tartagliones Anwälten eingereicht. Er war Epsteins Zellengenosse für etwa zwei Wochen im Juli 2019 - genau der Zeitraum vor Epsteins Tod am 10. August 2019. Der Tod wurde als Selbstmord eingestuft - etwas, was ein großer Teil der amerikanischen Öffentlichkeit bis heute nicht glaubt.

Die Notiz - auf handgeschriebenem Papier, mit Angriffen auf Ermittler und Phrasen wie „Elend ohne Spaß" - werden Boulevardmedien als „Abschiedsbrief" übersetzen. Spannender ist die Tatsache, dass das Gericht das Dokument sechs Jahre später freigibt. Warum jetzt? Warum forderte die New York Times das Dokument letzte Woche an? Wer hat ein Interesse daran, den Fall Epstein 2026 zurück in die Schlagzeilen zu holen?

Für Leser auf dem Balkan trägt der Fall Epstein eine ganze Schicht, die in unseren Medien selten erscheint: Epstein war eng mit mehreren öffentlichen Personen vom Balkan verbunden, und seine Verbindungen zu russischen Oligarchen sind in Ermittlungsunterlagen dokumentiert. Sechs Jahre Schweigen über die Notiz sind lange. Sechs Jahre Schweigen über die Passagierliste seines Flugzeugs sind noch länger.

Die Frage, die bleibt: ist das Auftauchen der Notiz jetzt ein Zeichen einer neuen juristischen Transaktion, oder nur ein Ablenkungsmanöver vom großen unbeantworteten Thema - wer am Ende dafür geradesteht, was Epstein in seinen Archiven aufbewahrt hat?