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EU beschließt neue Regeln für Führerscheine: digitale Karte, EU-weites Fahrverbot, Reformen ab 2028

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Das Europäische Parlament hat die Führerscheinreform beschlossen. Die Änderungen gelten in der gesamten Europäischen Union und treten schrittweise von 2028 bis 2030 in Kraft. Für Leserinnen und Leser auf dem Balkan ist das wichtig - auch Nicht-EU-Länder müssen sich anpassen, da wir auf denselben Straßen fahren.

Die wichtigste Änderung: ein in einem Mitgliedstaat verhängtes Fahrverbot gilt EU-weit. Ende des alten Tricks - in Deutschland betrunken fahren, dort den Führerschein verlieren, in Polen weitermachen. Vorbei. Alle Mitgliedstaaten teilen die Daten.

Die zweite große Änderung: ein digitaler Führerschein, verfügbar auf dem Smartphone wie eine digitale Bankkarte. Papier- und Plastikkarten verschwinden nicht sofort, aber die digitale Version wird die offizielle EU-weite. Für Smartphone-Nutzer weniger Papier. Für ältere Fahrer vielleicht Frust.

Fahrer der Klasse B dürfen Fahrzeuge bis 4,25 Tonnen (mit Zusatzschulung) führen. Gute Nachrichten für Wohnmobil-Fans - die Klasse C ist für moderne Reisemobile nicht mehr nötig. Die Altersgrenze für Berufsfahrer sinkt: Lkw ab 18 Jahren, Busse ab 21 Jahren.

Der heikle Teil: jeder Fahranfänger durchläuft eine zweijährige Probezeit. Strengere Regeln bei Verstößen. Begleitetes Fahren (mit einem Elternteil oder einem lizenzierten Erwachsenen) ist ab 17 möglich. Führerscheine gelten 15 Jahre.

Für den Balkan ist das eine praktische Frage. Mazedonische Fahrer, die regelmäßig in der EU unterwegs sind, müssen die Entwicklung verfolgen - besonders den digitalen Führerschein. Einige Länder werden unseren Papierführerschein vermutlich weiterhin akzeptieren. Andere nicht. Unser Staat „passt sich", wie immer, verspätet an die EU an - und dann ist unser Papierführerschein auf halber Strecke nach Wien ungültig.

Die Frage, die auf politischer Ebene nicht gestellt wird: wann sind unsere staatlichen Systeme bereit für einen digitalen Führerschein? Das ist kein EU-Problem, das ist eines unseres Innenministeriums. Und bei Digitalisierung hat unser Innenministerium meist 10 Jahre, bis die richtige Antwort kommt.