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Dodik und Stanivukovic: Von Umarmungen zum Streit in sozialen Medien

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Milorad Dodik und Drasko Stanivukovic eroffneten einst gemeinsam Projekte und sprachen von "Zusammenarbeit und Synergie". Heute schleudern sie sich Beleidigungen in sozialen Medien entgegen wie Oberschuler nach einem Streit. Ehemalige Verbundete, jetzt Feinde - eine klassische Balkan-Politikliebesgeschichte.

Stanivukovic zog zuerst: Er nannte Dodik einen "verbrauchten Spieler", der "20 Jahre mit dem Schicksal der Republika Srpska und ihrer Menschen gespielt hat". In einer Reihe von Posts stellte der Burgermeister von Banja Luka Fragen zu unvollendeten Projekten und der systematischen Zerstorung offentlicher Unternehmen: "Wo immer Dodik die Schaufel vergrub, blieben Lugen zuruck."

Gegenangriff ohne Bremsen

Dodik konterte mit schwerer Artillerie: "Er ist ein gewohnlicher Poser und Angeber, ein Lugner und Schmarotzer." Er beschuldigte ihn der Korruption, unrechtmassiger Budgetausgaben und personlicher Bereicherung.

Stanivukovic antwortete: "Es sieht so aus, als mussten wir soziale Medien auch fur altere Menschen verbieten, nicht nur fur Kinder unter 15." Ein effektiver Konter - aber nichts weiter als ein weiteres Kapitel in der endlosen Serie.

Analysten warnen, der Konflikt habe tiefere Dimensionen - einen Kampf um die Kontrolle uber die grosste Stadt der Republika Srpska und die zukunftige politische Fuhrung. "Die Linie zwischen Liebe und Hass ist dunn, wenn man den Punkt erreicht, grosser als Dodik werden zu wollen", sagt Analystin Tanja Topic.

Vor Wahlen bekommt jeder Balkan-Politiker einen neuen Feind. Normalerweise genau den, den er gestern noch umarmt hat.