Skip to content

Vučić und Blairs Spinmeister im Podcast: Zwei Männer von gegnerischen Seiten der Geschichte sprachen über eine Stunde

1 Min. Lesezeit
Teilen

Aleksandar Vučić gab dem britischen Podcast „The Rest is Politics" mit dem Journalisten Alastair Campbell ein Interview - dem ehemaligen Kommunikationschef Tony Blairs und einem der Architekten der britischen Informationsstrategie während der Bombardierung Serbiens 1999. Das Gespräch dauerte über eine Stunde und behandelte Kosovo, Metochien und Serbiens geopolitische Lage.

Das Interview war Zeichen einer besonderen Dynamik: Campbell kündigte es in sozialen Medien als „faszinierend" an, und Vučić ging mit seiner bekannten Taktik der direkten Konfrontation rein - „Wir haben Prinzipien, im Gegensatz zu Ihnen, Alastair" war eine Replik, die sich schnell verbreitete. Der serbische Präsident argumentierte, der Westen stelle Belgrad falsch dar, und die UN-Resolution 1244 - die Serbiens territoriale Integrität garantiert - werde systematisch ignoriert.

Campbell ist kein zufälliger Gesprächspartner. Er war das Gesicht hinter Blairs Medienmaschine, der Mann, der die Botschaften steuerte, als die NATO Jugoslawien bombardierte. Die Begegnung zweier Männer, die auf gegnerischen Seiten dieser Geschichte stehen, aufgenommen für einen Podcast mit globaler Reichweite, ist ein bemerkenswertes Dokument dafür, wie offen die Balkanwunden noch sind. Vučić sprach über Souveränität. Campbell hörte zu.

Für Mazedonien sind die Themen nicht fern - Fragen der Souveränität, des Völkerrechts und westlicher Doppelstandards gehören zur regionalen Realität. Wird jemals jemand ein ähnliches Interview für unsere Seite der Geschichte geben? Das bleibt eine offene Frage.