Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Wenn man auf die Karte eines erosionsgefährdeten Gebiets dreißig neue Gebäude zeichnet, ist das keine Stadtplanung - es ist ein Spiel mit der Sicherheit anderer. Die Bürgerinitiative „Chance für das Zentrum" warnt, dass der Entwurf des detaillierten Bebauungsplans für Barutana am Vodno den Bau von rund 30 neuen Gebäuden auf dem steilen, erosionsgefährdeten Gelände über Skopje vorsieht.
Die größte Ironie ist, dass die Gefahr von der Gemeinde selbst zugegeben wird - auf dem Papier. Das Gebiet ist im Energie- und Klimaplan der Gemeinde Zentrum bereits als erosionsgefährdet ausgewiesen, mit der Empfehlung, dort hochwertigen Wald zu pflanzen statt zu bauen. Die Projektunterlagen verlangen Erosionsschutzmaßnahmen. Doch der Plan selbst enthält, so die Initiative, keine solchen Maßnahmen - keinen Schutz vor Erosion, Bränden oder Sturzfluten. Das Risiko ist also offiziell verzeichnet, die Lösung dafür aber - nirgends.
Das ist keine abstrakte Angst. Der Vodno hat bereits gezeigt, was Bebauung auf unsicherem Gelände anrichtet: Erdrutsche ereigneten sich bei der Kinderklinik und beim Hotel Tasino Češmiče. Das sind keine Hypothesen, sondern ein bereits bezahlter Preis. Die Frage ist, warum jemand nun denselben Fehler in noch größerem Maßstab wiederholen will.
Und die Antwort führt, wie üblich, zum Eigentum. Der Plan stammt laut Initiative von einer privaten Firma, auf deren Grundstück zuvor staatliche Einrichtungen vorgesehen waren - nun in privaten Wohnungsbau umgewandelt. Öffentliches Interesse wurde zu einem privaten Bauvorhaben, während das Risiko von Erdrutschen und Bränden - öffentlich bleibt. Wenn auf diesem Gelände etwas schiefgeht, zahlt nicht die Firma die Rechnung, sondern die Stadt.
Die Initiative fordert, den Plan zurückzuziehen und einen neuen zu erstellen, der frühere Schäden repariert, statt neue zu schaffen. Von der Gemeinde Zentrum und der Stadt gibt es bislang keine Antwort. Und Schweigen ist, wenn es um Bebauung an einem erosionsgefährdeten Hang über einer Stadt geht, nie neutral - es ist eine Entscheidung für sich.
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