Noch eine Durchsuchung in Ohrid, noch eine Waage mit weißem Pulver: Der kleine Fisch geht immer am leichtesten ins Netz
04.07.2026
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Einhundertsiebenundzwanzig visumfreie Länder klingt gut - bis man schaut, wo die Nachbarn stehen und wie weit wir noch von denen entfernt sind, die wir beneiden.
Der mazedonische Pass hielt Platz 41 in der weltweiten Rangliste der mächtigsten Reisedokumente, mit visumfreiem Zugang zu 127 Ländern. Die Angabe stammt aus dem Henley-&-Partners-Index für das zweite Quartal 2026, der sich auf Zahlen des Internationalen Luftverkehrsverbands (IATA) stützt. Eine Position, die die offizielle Erzählung als „solide” bezeichnet - ein Wort, das meist heißt „nicht schlecht, aber gehen wir nicht ins Detail”.
Und die Details sind genau dort, wo die Geschichte beginnt. An der Spitze steht Singapur mit 192 Ländern, dahinter Japan, Südkorea und die VAE mit je 188. In unserer Region sind die Abstände schmerzhaft deutlich: Slowenien ist Siebter mit 183 Ländern, Kroatien Achter mit 182, während Serbien auf Platz 34 liegt. Mazedonien teilt sich Platz 41 mit Montenegro, während Bosnien und Herzegowina gleich platziert ist, aber mit nur 122 Zielen. Der Unterschied zwischen uns und Slowenien liegt nicht nur in den Zahlen - er liegt in der EU-Mitgliedschaft, die Türen öffnet, die für uns verschlossen bleiben.
Hier ist der Punkt, den die Ranglisten selten laut aussprechen. Die Macht eines Passes ist keine abstrakte Zahl zum Prahlen, sondern eine sehr konkrete Frage: wie leicht ein Mazedonier reisen, arbeiten, studieren oder einfach eine Grenze überqueren kann, ohne demütigende Schlangen vor Botschaften. Jedes Land über uns auf der Liste ist eine weitere Erinnerung daran, dass der Weg in die EU - von dem wir seit Jahrzehnten hören, er sei „fast geschafft” - noch immer an irgendeinem Schalter wartet.
Also, 127 Länder sind eine Tatsache, aber kein Grund zur Selbstzufriedenheit. Serbien liegt sieben Plätze vor uns, und Slowenien und Kroatien sind bereits dort, wo wir sein wollen. Die Frage ist nicht, ob unser Pass „solide” ist, sondern wie lange wir noch in der Mitte der Liste festsitzen und zusehen, wie die Nachbarn, die mit uns aufbrachen, vorankommen, während wir stehen bleiben und Ziele als Trost zählen.
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