Ein Pole fuhr 164 km/h, wo 80 erlaubt sind: Die Kamera erwischte ihn, die Grenze stoppte ihn
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23.04.2026
23.04.2026
12.04.2026
Die verblassten, fast unsichtbaren Zebrastreifen in den Städten sind kein Zufall und nicht bloß Schlamperei vor Ort - sie sind Folge davon, wie die Gemeinden Geld ausgeben. Eine Studie des Zentrums für zivile Kommunikation zeigt das mit Zahlen, die kaum zu verteidigen sind.
Die Analyse erfasst die öffentliche Beschaffung von 2023 bis 2025 in allen 81 Gemeinden. Das Ergebnis: 46 von ihnen haben in diesen drei Jahren keine einzige Ausschreibung für horizontale Straßenmarkierungen - also für Zebrastreifen - veröffentlicht. In Gemeinden mit rund 560.000 Einwohnern hat drei Jahre lang niemand für neue Farbe auf dem Asphalt gezahlt. Darunter sind auch dicht besiedelte Skopjer Gemeinden - Aerodrom, Čair, Butel und Saraj.
Wo beschafft wurde, tut sich ein zweites Problem auf - was genau beschafft wird. In 11 Gemeinden nannten die Ausschreibungsunterlagen außer dem generischen „Straßenfarbe" keine Spezifikation. Mit anderen Worten: Der Auftragnehmer kann irgendetwas auftragen, den Vertrag formal erfüllen, und niemand haftet dafür, wie lange es hält. Das Ergebnis sehen wir Monate später an jeder Kreuzung.
Und die Preise verhalten sich, als gäbe es keine Regeln. Farbe kostet 132 bis 296 Denar pro Kilo, die Markierungsleistung 281 bis sogar 802 Denar pro Quadratmeter - fast das Vierfache für dieselbe Arbeit. Kleinere Gemeinden wie Berovo, Resen und Kriva Palanka schreiben jedes Jahr aus, während größere Orte mit weit mehr Einwohnern in drei Jahren nur ein, zwei Verträge bekommen.
Das ist keine Geschichte über Farbe. Ein Zebrastreifen ist der Ort, an dem ein Kind zur Schule geht, an dem ein alter Mann die Straße überquert. Ist dieser Übergang unsichtbar, ist das Risiko konkret und messbar. Die Frage an die 46 Gemeinden ist einfach: Wenn ihr drei Jahre kein Geld für etwas so Grundlegendes gefunden habt, wofür genau habt ihr es gefunden? Die Sicherheit von Fußgängern kostet nicht viel - sie kostet nur die Aufmerksamkeit, die offensichtlich fehlt.
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