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In Polen brennt eine Drohnenfabrik, Tusk nennt Russland direkt: Dieser Fall wird nicht der letzte sein

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In Polen brennt eine Drohnenfabrik, Tusk nennt Russland direkt: Dieser Fall wird nicht der letzte sein

Am Montagmorgen brannte ein Werk von WB Electronics ab, einem der größten polnischen Hersteller von Militärausrüstung. Die Fabrik baut Aufklärungsdrohnen und Kamikaze-Drohnen - FlyEye und Warmate - genau jene, die die Ukraine gegen russische Kräfte einsetzt. Das Feuer war schnell gelöscht, Verletzte gab es nicht.

Der polnische Premierminister Donald Tusk versuchte nicht, das in diplomatische Watte zu packen. Er sagte, das Feuer sei absichtlich gelegt worden und dahinter stehe höchstwahrscheinlich Russland. „Das ist die Fortsetzung russischer Eskalationsaktivitäten in der gesamten Region“, erklärte er und fügte einen Satz hinzu, den man zweimal lesen sollte: „Leider ist dies nicht der erste solche Fall, und schlimmer noch, er wird sicher nicht der letzte sein.“

Die polnische Staatsanwaltschaft stufte den Fall als Terrorakt eines ausländischen Nachrichtendienstes mit vorsätzlicher Brandstiftung ein. Das ist keine Formulierung, die man leichthin schreibt - das ist ein NATO-Mitgliedstaat, der offiziell erklärt, auf seinem Territorium arbeite ein fremder Nachrichtendienst.

Kein einzelnes Feuer, sondern eine Reihe

Am Sonntag brannte auch JFG Composites in Lublin, eine Firma, die Verbundteile für Flugzeuge herstellt. Im August wurden in Ostdeutschland nahe dem Flughafen Leipzig-Halle drei Drohnen mit Sprengstoff gefunden - eine davon in der Nähe einer ukrainischen Antonow-Transportmaschine.

Die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz machte Russland für die Drohnen verantwortlich und kündigte Maßnahmen an. Aus Brüssel kam Unterstützung für Deutschland und die Forderung nach schärferen Visabeschränkungen für russische Staatsbürger.

Wo das „Hybride“ aufhört

Das ist die Grauzone, über die seit Jahren geschrieben wird. Es ist kein Krieg, weil keine Panzer rollen. Aber es reicht, damit in einem Land unter Artikel 5 der NATO eine Fabrik brennt, ohne dass jemand Konsultationen anruft. Wo verläuft die Linie? Wer zieht sie, und was muss geschehen, damit sie überschritten wird?

Der Balkan kennt diese Szene gut. Dinge geschehen, aber niemand nennt sie beim richtigen Namen, weil der Name Verpflichtungen nach sich zieht. Der Unterschied: Hier geht es um Fabriken, die die Ukraine beliefern, nicht um einen politischen Streit.

Tusk hat bereits gesagt, was andere umgehen: Der nächste Brand ist keine Frage des Ob, sondern des Wann.