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Acht Verletzte in Odesa, doch die Zahl, die diese Nacht erklärt, ist 80 Prozent

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Acht Verletzte in Odesa, doch die Zahl, die diese Nacht erklärt, ist 80 Prozent

Über Odesa regnete es vergangene Nacht erneut vom Himmel. Mindestens acht Menschen wurden verletzt, darunter ein Kind, zwei kamen ins Krankenhaus. Getroffen wurden Infrastruktur und Wohnhäuser, in einem 24-stöckigen Hochhaus wurden die Wohnungen vom 17. bis zum 23. Stock zerstört. An den umliegenden Gebäuden zersprangen die Fenster. Das ist, was von einer Nacht blieb.

Doch die Zahl, die diese Nacht erklärt, ist nicht acht. Sie ist 80 Prozent - so groß ist laut ukrainischen Vertretern der Anteil der russischen Angriffe auf die Infrastruktur in Odesa, die inzwischen mit ein und derselben Waffe geflogen werden.

Eine Rakete, die wenig kostet und viel anrichtet

Es handelt sich um den Marschflugkörper „Banderol“ (S8000), 2025 entwickelt, der in den letzten Monaten immer häufiger im Krieg auftaucht. Er ist kleiner als die russischen Standard-Marschflugkörper, bringt aber Fähigkeiten mit, die früher nur weit teurere Geschosse hatten. Reichweite rund 500 Kilometer, Geschwindigkeit etwa 700 Kilometer pro Stunde, Gefechtskopf je nach Konfiguration 114 bis 150 Kilogramm.

Das Schlüsselwort lautet „billiger“. Der gesamte Sinn der „Banderol“ ist Massenproduktion zu niedrigem Preis. Im selben Angriff wurden auch Fliegerbomben und ballistische Raketen eingesetzt - doch die Kombination funktioniert, weil ihr zahlreichster Bestandteil zugleich der billigste ist.

Militärexperten schätzen ein, dass diese Raketen die Sicherheitslage entlang der gesamten ukrainischen Schwarzmeerküste erheblich verschlechtern. Nicht weil sie stärker sind, sondern weil es mehr von ihnen gibt. Luftabwehr wird pro Stück gerechnet: Jeder Abfangflugkörper, der auf eine „Banderol“ startet, ist teurer als das Ziel, das er holt. Wenn eine Seite mehr Raketen produzieren kann, als die andere sich Abfangflugkörper leisten kann, entscheidet die Arithmetik den Krieg von allein.

Eine Waffe, die die Rechnung verändert

Das ist die Veränderung, die man sich aus dieser Nacht in Odesa merken sollte. Nicht die Zahl der Verletzten - die ist leider fast jede Woche ähnlich. Die Veränderung ist, dass Masse wichtiger geworden ist als Präzision und die Ökonomie des Krieges der Technik davongewachsen ist.

Vierundzwanzig Stockwerke. Sieben zerstörte obere Etagen. Acht Verletzte, darunter ein Kind. Und eine Rakete, die genau dafür entworfen wurde, dass sich weitere tausend davon bauen lassen.

Das Schwarze Meer ist für diese Region keine ferne Geografie. Was heute über Odesa erprobt wird, ist morgen Standardausrüstung auf dem europäischen Rüstungsmarkt - und bisher verspricht niemand, dass es dort bleibt.