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EZB: Ein Iran-Krieg könnte die Eurozone in Stagflation drücken - der Balkan hat keinen Plan für dieses Szenario

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Die Europäische Zentralbank hat über den griechischen Notenbankgouverneur Yannis Stournaras, Mitglied des EZB-Rats, ein Alarmsignal gesendet. Das Risiko, dass die Eurozone in eine Rezession rutscht, ist real. Falls der Krieg im Iran andauert, ist das mögliche Szenario Stagflation - gleichzeitige Stagnation und Inflation.

Stournaras erwähnt „Inflationsschocks vergleichbar mit der Post-COVID-Zeit" und Unternehmen, die solche Szenarien bereits einplanen. Fazit - die prognostizierte Inflation in der Eurozone liegt für dieses Jahr bei 2,7 Prozent, mit Aufwärtspotenzial, falls die Versorgungsstörungen bei Treibstoff, Wasserstoff und Helium anhalten - alle drei sind kritisch für die europäische Industrie.

Für den Balkan - der nicht in der Eurozone liegt, dessen Währungen aber direkt oder indirekt an den Euro gebunden sind - sind die Folgen zweifach. Erstens direkt höhere Preise für Treibstoff, Benzin, Gas und Erdgas für die Haushalte. Zweitens indirekt - weniger ausländische Investitionen, denn in einer Rezession eröffnen europäische Konzerne keine neuen Werke in Skopje, Sofia oder Belgrad. Sie schließen die alten.

Die Frage, die unsere Minister selten laut stellen - haben wir einen Plan für ein Stagflationsszenario? Wir haben „Strategien zur Energiesicherheit" in Ministeriumsschubladen. Wir haben „Pläne zur makroökonomischen Stabilität". Aber wenn die Inflation 8 Prozent erreicht, das BIP um 1 fällt und die Staatskasse leer ist - welche konkreten Maßnahmen gibt es? Hilfe für die Verwundbarsten? Preisstopps? Temporäre Steuererleichterungen?

Dieselbe Art Fragen wurde 2022, 2008 und 1997 gestellt. Die Antwort ist immer dieselbe - Reaktion, nicht Prävention. Der Balkan lebt im Modus permanenter Anpassung, nicht strategischer Planung. Das ist der Preis einer kleinen Wirtschaft mit begrenzten Reserven. Gleichzeitig ist es die Verantwortung der Politiker, die statt Pläne lieber Reden halten.