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23.04.2026
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12.04.2026
Drei Jahre nach dem Massaker an der Grundschule „Vladislav Ribnikar" in Belgrad. Am 3. Mai 2023 betrat der 13-jährige K.K. die Schule mit der Pistole seines Vaters und tötete neun Mitschüler und einen Wachmann; sechs weitere wurden verletzt. Heute, drei Jahre später, erinnert sich Serbien. Fernsehsender mit einer kurzen Stille um 8:41, der Zeit, zu der die Schießerei begann. Gedenkveranstaltungen im Tašmajdan-Park. Blumen vor der Schule.
K.K. befindet sich in einer Sondereinrichtung für jugendliche Straftäter. Nicht im Gefängnis - das Gesetz lässt das nicht zu, er war 13. Aber die Verfahren gegen seine Eltern laufen weiter. Sein Vater, Vladimir Kecmanović, wurde bereits zu 14,5 Jahren Haft verurteilt, weil er die Pistole nicht gesichert hatte. Im April 2026 wurde Berufung eingelegt, die Mitte des Jahres verhandelt werden soll.
Für den Balkan ist „Ribnikar" nicht nur eine serbische Geschichte. Es ist eine Geschichte darüber, was in der ganzen Region geschieht - Waffen im Haushalt, unzureichende psychologische Kontrolle, Entfremdung der Kinder. Mazedonien hatte keinen solchen Massenfall, aber es gab andere Vorfälle mit Minderjährigen und Waffen. Es sind Fälle, die nicht als „Massaker" registriert werden, weil sie enden, bevor jemand eine Schule erreicht.
Ein Szenario, das sich ein Jahr nach „Ribnikar" wiederholte - die Schüsse im Restaurant „Beljansko", verletzte Studierende an der Universität Novi Sad, Vorfälle in kleineren Orten. Es gibt keinen einzigen gemeinsamen Schuldigen. Aber es gibt einen gemeinsamen Kontext. Nachkriegsländer mit vielen Waffen in den Haushalten. Familien, die mit wirtschaftlichen Problemen kämpfen. Ein Bildungssystem, das gefährdete Kinder nicht erkennt. Psychologische Hilfe - in öffentlichen Schulen kaum vorhanden.
Die Ministerien für Gesundheit, Bildung und Inneres kündigen seit 2023 Reformen an. Psychologen in jeder Schule. Ein Früherkennungssystem für Risikoverhalten. Ein Waffenregister mit strengerer Kontrolle. Drei Jahre später ist keine dieser Veränderungen vollständig umgesetzt. Das Geld ist eingeplant, nicht ausgegeben. Die Programme sind geplant, nicht aktiviert. Und das ist die Realität der institutionellen Reaktion nach dem Massaker - viel Ehrung, wenig Wandel.
Für die Familien der Opfer ist der Jahrestag keine politische Frage. Er ist jede Minute des Jahres. Aber für die breitere Öffentlichkeit sind diese drei Jahre ein Test, ob ein Staat aus einer Tragödie lernen kann. Serbien hat in gewissem Maße neue Regeln geschrieben. Vor Ort bleiben viele davon auf Papier. Der Balkan kennt dieses Dilemma. Änderungen auf Papier sind leicht. Änderungen in Gewohnheiten und Systemen - dauern Jahrzehnte. Und bis dahin misst jeden Morgen um 8:41 die kurze Stille im Fernsehen die Tiefe unserer Institutionen und unseres Engagements.
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