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EU führt ab 1. Juli 3-Euro-Gebühr auf Kleinpakete ein: Temu und Shein im Visier, Balkan-Verbraucher in der Warteschlange

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Ab dem 1. Juli 2026 erhebt die Europäische Union eine feste Gebühr von 3 Euro auf alle Kleinpakete im Wert unter 150 Euro, die per E-Commerce aus dem Nicht-EU-Ausland kommen. Im ersten Visier - Temu und Shein, die chinesischen Plattformen, die den europäischen Niedrigpreismarkt in den letzten zwei Jahren erobert haben.

Die Zahl, die die Maßnahme rechtfertigt - 5,8 Milliarden Kleinpakete kamen im letzten Jahr in die EU, ein Anstieg von 26 Prozent. Eine Menge, die buchstäblich jedes Zollsystem in der Union erstickt und gleichzeitig unlauteren Wettbewerb für europäische Verkäufer schafft, die volle Zölle und Mehrwertsteuer zahlen. Die Logik - gleiches Spielfeld.

Für den Balkan, der nicht in der EU ist, stellt sich die Frage anders. Erstens - heißt das, dass auch unsere Zollsysteme dem europäischen Beispiel folgen werden? Bis dahin können wir bei steigenden Temu- und Shein-Preisen in der EU mit einer Umleitung des Verkehrs in Richtung Balkan rechnen. Die chinesischen Plattformen werden das Muster testen - Verkauf in Ländern mit lockereren Regeln, von dort Weiterleitung der Pakete in die EU. Solche „Sprung-aufs-Paket"-Szenarien gibt es bereits in Singapur, Hongkong und Dubai.

Das Zweite - der Käufer zahlt die Differenz. 3 Euro auf ein Paket von 10-20 Euro sind eine Preiserhöhung um 15-30 Prozent. Für Temu und Shein, die von Produkten mit niedrigen Margen in hohen Volumina leben, ist das ein Schlag. Aber die endgültige Last liegt immer beim Verbraucher. Der Balkan-Käufer, der monatlich für 50 Euro bestellt hat - zahlt rund 60. Der Spanier auch.

Die nicht politisch korrekte Frage - wer profitiert genau von dieser Gebühr? In der Theorie kleine europäische Verkäufer. In der Praxis wird der Erlös wahrscheinlich in den gemeinsamen EU-Haushalt fließen, den dieselben Verbraucher über andere Instrumente bezahlen. Ein bürokratischer Kreislauf mit viel Ärmel, wenig Ergebnis. Und die einzigen großen Gewinner könnten die großen europäischen E-Commerce-Akteure sein, die die Gebühr nicht zahlen, weil sie innerhalb der EU sitzen. Amazon, Zalando, Otto - alle freuen sich leise.