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Löhne in den TIR-Zonen um 6 Prozent gestiegen, aber Dura und Aptiv haben sich zurückgezogen: das Modell der 10-jährigen Steuerbefreiung funktioniert nicht mehr

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Laut Dimovski, dem Leiter der Direktion für technologisch-industrielle Entwicklungszonen, ist der Durchschnittslohn in den TIR-Zonen für 2025 um 6 Prozent gestiegen. Das ist die Botschaft, die die Regierung als Erfolg verkaufen will. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist, dass im selben Jahr zwei große Unternehmen - Dura und Aptiv - aus den Zonen abgezogen sind.

Beginnen wir mit der positiven Seite. Sechs Prozent Lohnwachstum sind real. Es ist nicht revolutionär, aber liegt über der Inflation (etwa 4 Prozent). Das heißt, die reale Kaufkraft der Beschäftigten in den TIR-Zonen ist um etwa 2 Prozent gestiegen. Auf nationaler Ebene ist das eine gute Nachricht. Mazedonische Löhne im Industriesektor liegen traditionell hinter der Region, und jede Verbesserung ist willkommen.

Aber der Kontext fehlt in der Schlagzeile. Dura ist ein Autozulieferer, der mehrere Hundert Mitarbeiter in Skopje hatte. Aptiv ist ein Software- und Elektronikunternehmen mit einer noch größeren Position im Land. Beide kündigten Abzug oder Stellenabbau an. Der offizielle Grund: „Umstrukturierung der globalen Strategie". Inoffiziell: höhere Energiepreise, Veränderungen in der europäischen Automobilindustrie, und nicht mehr wettbewerbsfähige mazedonische Löhne im Vergleich zu Bulgarien und Rumänien.

Dimovski betont, außer Dura und Aptiv gebe es keine weiteren Ankündigungen für Abgänge. Das ist eine Aussage, die sich wiederholt - und jedes Mal ein klassisches Mittel politischer Kommunikation. Man sagt „es gibt keine anderen" gerade jetzt, in der Hoffnung, die anderen melden sich nicht vor der nächsten Pressekonferenz. Die Realität ist eine andere. Mehrere weitere Unternehmen verhandeln über Reduzierungen. Die Namen sind noch nicht öffentlich.

Eine Konzeptänderung, wie es der Direktor formulierte, bedeutet etwas Konkretes. Das alte Modell - 10 Jahre Steuerbefreiung, billige Arbeitskräfte, minimale Regulierung - funktioniert nicht mehr. Bulgarien und Rumänien haben billigere Arbeitskräfte. Ungarn und Tschechien haben qualifiziertere Arbeitskräfte. Mazedonien liegt dazwischen - nicht das billigste, nicht das qualifizierteste. Und deshalb gehen Unternehmen dorthin, wo einer der beiden Vorteile stärker ausgeprägt ist.

Was bedeutet das für die Arbeiter, die geblieben sind? Kurzfristig - höhere Löhne. Wenn ein Unternehmen sieht, dass es seine Arbeitskräfte verlieren kann, steigen die Löhne. Das ist ökonomische Realität. Langfristig - Unsicherheit. Die Zonen verlieren Unternehmen. Ersatz ist ein Risiko. Vielleicht kommen neue, vielleicht nicht. Der Minister sagt, man werde das Konzept ändern. Aber eine Konzeptänderung passiert nicht über Nacht. Sie kann Jahre dauern. In der Zwischenzeit - 6 Prozent Wachstum heute können in zwei Jahren 0 Prozent werden. Das ist die Realität der Industriezonen in einem kleinen Land, das außer billiger Energie und billigen Löhnen keine Vorteile hat - und einen davon schon verloren hat.