Skip to content

Zwei tote Hunde in Kisela Voda gefunden - Verdacht auf gezielte Vergiftung: die Gemeinde hat kein funktionierendes System, Bürger nehmen die Sache selbst in die Hand

1 Min. Lesezeit
Teilen

CREATOR: gd-jpeg v1.0 (using IJG JPEG v62), quality = 100?

Der Verein „Animal Rescue Project" schlägt Alarm wegen zwei toten Hunden, die in der Skopjer Gemeinde Kisela Voda gefunden wurden. Ort - in der Nähe von Wohngebäuden, auf Wegen, die Bürger täglich nutzen. Verdacht: vorsätzliche Vergiftung. Nicht der erste Fall. Nicht der letzte. Dies ist ein Szenario, das die Gemeinde Kisela Voda und Nachbargemeinden mehrfach im Jahr erleben.

Die Frage, die selten laut gestellt wird, ist einfach. Wer vergiftet die Hunde? Nicht die Jäger - sie haben ihre eigenen Methoden. Nicht die Tierärzte - die können es human in der Klinik tun. Nicht der Tierschutz - das Gesetz verpflichtet ihn zu klaren Verfahren. Bleibt eine ernsthafte Möglichkeit - Bürger, die keine streunenden Hunde in ihrer Umgebung wollen, und die beschlossen haben, das Problem mit eigenen Methoden zu lösen.

Das ist eine schwierige Frage. Nicht weil streunende Hunde keine Probleme verursachen - sie tun es. Sie können gefährlich sein, besonders in Gruppen. Sie können Kinder angreifen. Sie können Tollwut übertragen. Die Verantwortung für sie liegt bei der Gemeinde und dem Landwirtschaftsministerium. Wenn das System nicht funktioniert - wenn sie nicht sterilisiert, nicht in Tierheime gebracht, nicht geimpft werden - bleiben die Bürger allein mit dem Problem. Und dann beginnt der Vergiftungszyklus.

Die Gemeinde Kisela Voda hat ein Programm für den Umgang mit Streunern. Auf dem Papier. Sterilisation, Chip, Impfung. In der Praxis deckt das Programm vielleicht 20 Prozent der Gesamtpopulation ab. Die restlichen 80 Prozent leben und vermehren sich. Jedes Jahr eine neue Generation. Der Winter ist hart. In den kommenden Frühjahren - mehr Hunde, mehr Verdachtsfälle, mehr Kadaver.

Tierschutzvereine fordern regelmäßig härtere Strafen für die Giftleger. Nach mazedonischem Recht ist das Tierquälerei - die Strafe kann in schweren Fällen bis zu 3 Jahre Haft betragen. In der Praxis - kaum jemand wird je zur Verantwortung gezogen. Die Beweise sind schwer zu finden. Zeugen gibt es meist keine. Die Ermittlungsteams sind mit anderen Fällen überlastet. Das Ergebnis - die Giftleger bleiben frei, die Hunde sterben weiter.

Für die Bewohner von Kisela Voda, die einen schweren Fall sehen, müssen die Fragen breiter sein. Nicht „wer hat es getan?" - eine Antwort darauf werden wir nie bekommen. Sondern „warum hat die Gemeinde immer noch kein funktionierendes System?" Eine Frage des politischen Willens und des Budgets. Die heutigen toten Hunde sind keine Überraschung. Sie sind die erwartbare Folge eines Systems, das jahrelang stillschweigend akzeptiert, dass Freiwillige und Bürger das übernehmen, was die Institutionen tun sollten. Und in jedem Frühjahr - dasselbe Muster, dieselben Schlagzeilen, dieselben leeren Versprechen.