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Smarte Brille ohne Kamera: Ein Milliarden-Startup wettet darauf, dass Privatsphäre ein Vorteil ist

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Smarte Brille ohne Kamera: Ein Milliarden-Startup wettet darauf, dass Privatsphäre ein Vorteil ist

Während alle darum rennen, dir eine Kamera ins Gesicht zu setzen, wettet ein Startup auf das Gegenteil. Even Realities hat seine smarte Brille G2 vorgestellt - ohne Kamera, ohne Lautsprecher, nur ein Display, das dir Text vor den Augen zeigt. Das Unternehmen wurde gerade zum „Einhorn" mit einem geschätzten Wert von einer Milliarde Dollar nach einer Investition von 150 Millionen, angeführt von den chinesischen Konzernen Meituan und Tencent. Die Wette ist klar: Produktivität statt alle um dich herum zu filmen.

Technisch wiegt die Brille nur 35 Gramm, hat ein monochromes Display mit grünlichem Text, der bei jedem Licht sichtbar ist, vier Mikrofone und einen Akku, der bis zu zwei Tage hält. Sie kostet 599 Dollar (etwa 555 Euro). Sie erstellt Termine, Erinnerungen, Live-Übersetzung zwischen Sprachen, Schritt-für-Schritt-Navigation und hat einen integrierten Sprachassistenten. Kurz gesagt - ein kleiner Computer auf der Nase, aber einer, der niemanden filmt. Und genau das ist der Punkt.

Der Unterschied zu Meta und dessen Ray-Ban-Brille mit Kamera ist kein Zufall - er ist die ganze Geschichte. Wenn du eine Brille mit Kamera trägst, wird jeder um dich herum zur potenziellen Aufnahme, ohne gefragt zu werden. Even Realities ließ die Kamera bewusst weg und sagt: Privatsphäre ist eine Funktion, kein Versäumnis. In einer Welt, in der jedes Gerät dich sehen und hören will, klingt eine Brille, die verspricht, dich nicht aufzunehmen, fast rebellisch. Die Frage ist, ob der Käufer ein Arbeitswerkzeug will oder ein Spielzeug für Inhalte.

Für den europäischen Nutzer ist das interessanter, als es aussieht. Während die EU-Regulierer mit Brillen ringen, die alles aufnehmen, umgeht ein Gerät ohne Kamera den größten Teil der Datenschutzdebatte von vornherein. Ob der Markt Zurückhaltung belohnt oder mehr verlangt, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Nicht jeder technische Fortschritt muss mehr Kameras bedeuten. Manchmal ist der klügste Zug, sie wegzunehmen.