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12.07.2026
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23.04.2026
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12.04.2026
Sechs Jahre nach dem Zusammenbruch kommt der Fall „Eurostandard-Bank" endlich vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität hat Anklage gegen den Geschäftsmann Trifun Kostovski, seinen Sohn Kosta und zwei weitere Personen wegen Herbeiführung der Insolvenz und fahrlässiger Geschäftsführung erhoben. Der Schaden für die Gläubiger wird auf über 27 Millionen Euro geschätzt. Kostovski schlug sofort zurück - und zwar laut.
Über Facebook erklärte Kostovski, er sei einer der Aktionäre der Bank gewesen und habe kein Interesse an ihrem Scheitern gehabt: „Ein Mann, der ein persönliches, geschäftliches und existenzielles Interesse am Überleben der Bank hatte, nicht an ihrem Untergang." Er griff auch die Staatsanwältin Katerina Kolarevikj direkt an. Ein Angeklagter, der sich vor Prozessbeginn öffentlich an die Staatsanwältin wendet - das ist ein Zug, der zeigt, dass der Kampf nicht leise wird.
Der Zusammenbruch der Eurostandard-Bank 2020 ließ Hunderte Gläubiger mit verlorenem Geld zurück - Menschen und Firmen, die einer Institution vertrauten, die ihre Mittel hätte bewahren sollen. Die Anklage kommt erst jetzt, sechs Jahre später. Und hier ist die balkanische Frage, die sich stets wiederholt: Warum kommt die Justiz bei großen Finanzfällen so langsam, während man einen gewöhnlichen Bürger wegen einer kleineren Schuld binnen weniger Monate verfolgt?
Der Fall wird ein Test für die Finanzjustiz des Landes. Wird jemand wirklich für eine Bank geradestehen, die zusammenbrach und Millionen mitnahm, oder wird er sich wie so viele andere durch Jahre von Verzögerungen, Berufungen und Verjährungen schlängeln? Kostovski hat das Recht auf Verteidigung und auf die Unschuldsvermutung - aber die Gläubiger, die alles verloren, haben das Recht auf eine Antwort. Die Frage ist nicht nur, wer schuldig ist, sondern ob das System überhaupt weiß, wie man solche Fälle bis zum Ende führt. Die bisherige Erfahrung weckt nicht viel Hoffnung.
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