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Die Roboter führen bereits Krieg: 100 amerikanische fahrerlose Fahrzeuge kämpfen sich seit neun Monaten durch den ukrainischen Schlamm

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Die Roboter führen bereits Krieg: 100 amerikanische fahrerlose Fahrzeuge kämpfen sich seit neun Monaten durch den ukrainischen Schlamm

Die Zukunft der Kriegsführung kam nicht mit einer feierlichen Präsentation, sondern durch den Schlamm der ukrainischen Front. Das amerikanische Unternehmen Forterra gab bekannt, dass mehr als 100 seiner autonomen Fahrzeuge bereits seit neun Monaten in den Kampfzonen der Ukraine im Einsatz sind - der bislang größte Kampfeinsatz selbstfahrender Bodenfahrzeuge eines amerikanischen Rüstungsunternehmens. Die Öffentlichkeit erfuhr es erst jetzt.

Der Grund für die Bodenroboter ist brutal einfach. Drohnen schufen eine Front, an der es, wie der US-Feldwebel Corey Wilkens sagt, „kein Versteck gibt" - jede Bewegung im Freien bedeutet ein Ziel für sprengstoffbeladene Fluggeräte, Artillerie und Minen. Deshalb werden Nachschub, Munition und die Evakuierung Verwundeter zunehmend Maschinen überlassen. Die Lancer-Fahrzeuge, aufgebaut auf Polaris-Geländefahrzeugen mit eigenem Sensorsystem, tragen bis zu 750 Kilogramm Last - dreimal mehr als die batteriebetriebenen Roboter der Ukraine - und erhielten ein entscheidendes Feld-Upgrade: eine Starlink-Antenne.

Die Zahlen aus neun Monaten Einsatz: über 4.000 Kilometer zurückgelegt in mehr als 1.100 Missionen, rund 350 Tonnen transportierte Last und 52 Evakuierungen Verwundeter. Ein ukrainischer Soldat, dessen Identität geschützt ist, ist unverblümt: „Das ist das wichtigste unbemannte Fahrzeug in der Ukraine. Wir sterben danach, mehr zu bekommen." Ein Teil der Fahrzeuge ging verloren - meist im tiefen Schlamm stecken geblieben, wo die russischen Kräfte sie in aller Ruhe abschießen.

Doch hinter dem Marketingglanz verbirgt sich eine ernüchternde Wahrheit: Im echten Kampf werden die Fahrzeuge meist von Soldaten aus der Ferne gesteuert. Die Autonomie kann durch Gelände fahren, aber sie kann keinen Feind erkennen und reagieren - und an der Front ist genau das der Unterschied zwischen Werkzeug und Spielzeug. Forterra, mit über 500 Millionen Dollar Investitionen im Rücken, kombiniert nun Algorithmen aus selbstfahrenden Autos mit generativer KI, damit die Fahrzeuge in unvorhergesehenen Situationen „denken". Die Ukraine ist, ob sie will oder nicht, zum größten Testlabor der Welt geworden - und die Erfahrungen aus diesem Labor werden morgen von Armeen gekauft, die nie Schlamm gesehen haben.