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Die Nummer sechs ist gegangen: Franco Baresi starb mit 66 - und mit ihm die letzte Zeit, in der Fußball über Menschen erinnert wurde

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Die Nummer sechs ist gegangen: Franco Baresi starb mit 66 - und mit ihm die letzte Zeit, in der Fußball über Menschen erinnert wurde

Franco Baresi ist im Alter von 66 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Milan, der Verein, bei dem er seine gesamte Karriere spielte, bestätigte, was der italienische Fußball seit Monaten mit Sorge erwartet hatte.

Baresi war Kapitän, Verteidiger und etwas, das es im heutigen Fußball kaum noch gibt - ein Mann, der dreiundzwanzig Jahre für einen einzigen Verein spielte. 719 Pflichtspiele. Sechs Meistertitel in der Serie A, drei Europapokale der Landesmeister, die Weltmeisterschaft 1982 mit Italien. Siebenmal für den Ballon d'Or nominiert. Milan zog sein Trikot mit der Nummer sechs aus dem Verkehr - die höchste Ehre, die ein Verein vergeben kann, und die leiseste.

Was ihn heraushebt, sind nicht die Zahlen, sondern die Art, wie er spielte. Baresi war das Zentrum der Abwehr in einer Zeit, in der Verteidigen noch ein Handwerk war und kein taktischer Posten in einer Tabelle. Diego Maradona, der in seinen Neapel-Jahren gegen ihn spielte, nannte ihn den besten Verteidiger, dem er je begegnet sei. Nach einem Spiel bat er um sein Trikot und sagte, das sei ein Andenken, das er sein Leben lang bewahren werde. Wenn Maradona um dein Trikot bittet, ist das eine Bewertung, die keine Auszeichnung ersetzt.

Privat war Baresi nahezu unsichtbar. 1984, während eines Trainingslagers mit der Mannschaft in der Toskana, lernte er in einem Restaurant Maura Lari kennen, damals Kellnerin. Sie blieben zusammen. Sie adoptierten zwei Söhne, Edoardo und Gianandrea - einer arbeitet in der Finanzbranche, der andere in der Kunst, keiner ging in den Fußball. Diese Familie wurde nie an Titelseiten verkauft.

Sein letzter öffentlicher Auftritt war im Februar bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina, wo er gemeinsam mit Beppe Bergomi das olympische Feuer trug. Viele bemerkten damals, wie schwach er wirkte. Niemand wollte es laut aussprechen.

Die Beisetzung ist für den 4. August um elf Uhr in der Basilika Sant'Ambrogio in Mailand angesetzt, die Messe ist für die Öffentlichkeit geöffnet, soweit der Platz es zulässt. Beileidsbekundungen kamen von Real Madrid, Barcelona, Athletic Bilbao, von Sergio Ramos, Fabio Cannavaro und Fabio Capello.

Auf dieser Seite der Adria gehört Baresi zu jener Generation, die die ganze Region in den Neunzigern über das italienische Fernsehen sah, als die Serie A die meistgesehene Liga auf dem Balkan war und Kinder darum stritten, wer im Hof Milan sein durfte. Er war die Nummer sechs, gegen die niemand antreten wollte, weil sie schlicht zu schwer zu bespielen war. Es schließt sich ein weiteres Kapitel aus der Zeit, in der Fußball über Menschen erinnert wird und nicht über Ablösesummen.