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Sechs Tote an einem Strand bei Gelendschik, drei davon Kinder: Über dem „Putin-Palast" ist der Luftraum gesperrt

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Sechs Tote an einem Strand bei Gelendschik, drei davon Kinder: Über dem „Putin-Palast" ist der Luftraum gesperrt

Sechs Menschen, darunter drei Kinder, kamen an einem überfüllten Strand beim Schwarzmeerbadeort Gelendschik ums Leben. Rund 40 Personen wurden verletzt, siebzehn davon stationär behandelt. Das teilte der Gouverneur der Region Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, mit, der den Vorfall als ukrainischen Drohnenangriff bezeichnete.

Kondratjew behauptet, der Angriff habe zivilen Objekten gegolten und Teile der abgeschossenen Drohne seien auf die Feriensiedlung Archipo-Ossipowka gefallen. Die russischen Angaben zum Ziel des Angriffs ließen sich nicht unabhängig bestätigen.

Was genau auf die Menschen fiel - bestätigt niemand

Achten Sie auf den Unterschied, denn darin steckt die ganze Geschichte. In sozialen Netzwerken tauchte ein Video auf, das angeblich eine Drohne zeigt, die zwischen Menschen am Strand fällt, gefolgt von einer heftigen Explosion. Die russischen Behörden bestätigten allerdings nicht, dass das Fluggerät direkt zwischen den Badenden einschlug - in ihrer Version wurden die Toten und Verletzten von Trümmern der Drohne nach deren Abschuss getroffen.

Das ist eine wichtige Abgrenzung, und sie ist kein Zufall. Wurde die Drohne über einem Strand voller Menschen abgeschossen, lautet die Frage nicht nur, wer sie gestartet hat - sondern auch, wer entschied, sie ausgerechnet dort herunterzuholen. Diese Frage beantwortet keine der beiden Seiten.

Russische Medien geben Aussagen von Menschen wieder, die behaupten, die Drohnen seien unmittelbar über dem Strand geflogen. Ein Augenzeuge erzählte, Menschen hätten sich in Panik hinter Felsen versteckt und mit Liegen zugedeckt.

Zwanzig Kilometer bis zum „Putin-Palast\"

Rund zwanzig Kilometer Luftlinie vom Absturzort entfernt liegt die Residenz, die ausländische und russische Medien „Putin-Palast" nennen - ein Luxuskomplex an der Küste, dessen Wert auf über eine Milliarde Euro geschätzt wird. Der Luftraum darüber ist für Flüge gesperrt, und der Inlandsgeheimdienst FSB erklärt, die Maßnahmen seien wegen verstärkter Aktivität ausländischer Nachrichtendienste eingeführt worden.

Also: über dem Palast - Sperrzone und Sonderschutzregime. Über einem Strand mit Familien - Luftabwehr, die eine Drohne abschießt, deren Trümmer auf die Liegen fallen. Der Kreml behauptet, der Palast gehöre nicht Putin, sondern sei ein Privatprojekt nicht genannter Geschäftsleute.

Die Frage schreibt sich von selbst: Was hatte in diesen Schutzmaßnahmen Priorität?

Die Zahlen dieser Nacht

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, zwischen dem Abend des 2. August und dem Morgen des 3. August seien über mehreren russischen Regionen, der Krim und dem Schwarzen Meer insgesamt 131 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört worden. Die ukrainische Seite äußerte sich bislang nicht zu den russischen Angaben.

Am Tag zuvor fiel im Gebiet Belgorod eine Drohne in der Nähe eines Kinderspielplatzes im Dorf Prinzewka. Ein dreizehnjähriges Mädchen starb, zwei Mädchen im Alter von sieben und neun Jahren wurden verletzt.

Ein Badeort im August, ein Kinderspielplatz in einem Dorf. Es ist das dritte Kriegsjahr, in dem die Front keine Linie auf der Karte mehr ist und Strand und Spielplatz in dieselbe Statistik eingegangen sind wie die Stellungen.