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Zehn Explosionen über Kyjiw, ein Teil der Stadt ohne Wasser: In derselben Nacht brannte eine russische Raffinerie

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Zehn Explosionen über Kyjiw, ein Teil der Stadt ohne Wasser: In derselben Nacht brannte eine russische Raffinerie

Rund zehn Explosionen waren in der Nacht über Kyjiw zu hören. Die Stadt war Ziel eines kombinierten Raketen- und Drohnenangriffs, und bis zum Morgen blieben die Bewohner mehrerer Viertel ohne Wasser - der Druck im Leitungsnetz fiel nach Treffern auf Infrastrukturanlagen.

Laut Monitoring-Kanälen wurden sechs Hyperschallraketen vom Typ Zirkon sowie ballistische Iskander-Raketen auf die ukrainische Hauptstadt abgefeuert, während Geran-Drohnen die Stadt und die umliegende Region weiter trafen. Dieselben Quellen behaupten, von MiG-31K-Flugzeugen seien Kinschal-Raketen abgefeuert worden und Marschflugkörper vom Typ Kalibr von Marineplattformen, ein Teil davon Richtung Saporischschja. Diese Angaben werden noch überprüft - die ukrainischen Behörden veröffentlichen Daten zu den Folgen, aber keine Bestätigung des gesamten Arsenals.

Was getroffen wurde

Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, Trümmer von Geschossen seien an mehreren Stellen im Bezirk Dniprowskyj festgestellt worden. Beschädigt wurden ein Geschäfts- und ein Wohngebäude, Teile fielen auch auf das Gelände von Lagerhallen und in die Nähe einer Tankstelle. Im Bezirk Swjatoschynskyj wurde die Beschädigung eines Nichtwohngebäudes gemeldet. Über der Stadt stiegen Rauchsäulen auf.

Die Ziele sagen den Rest. Keine Kasernen und keine Kommandostellen, sondern Wasserleitungen, Lager, Wohn- und Geschäftsgebäude - das, was eine Stadt morgens am Laufen hält. Wenn Infrastruktur die erste Adresse eines Angriffs ist, misst man die Folgen nicht in eroberten Kilometern.

Die andere Seite derselben Nacht

In derselben Nacht trafen ukrainische Kräfte eine Ölraffinerie im Gebiet Jaroslawl, tief in russischem Territorium. Der Gouverneur der Region bestätigte Sachschäden und mehrere Brände vor Ort, ohne Tote und Verletzte. Das Ausmaß der Schäden an den Produktionsanlagen wurde nicht mitgeteilt.

Beide Seiten zielen auf dasselbe - auf das, was die andere in Betrieb hält. Die eine trifft Raffinerien und Energieanlagen, die andere Wasser und Strom der Städte. Keines von beidem hat die Frontlinie auch nur um einen Meter verschoben. Das ist ein Zermürbungskrieg, in dem das Netz, von dem Zivilisten leben, das erste Ziel ist und nicht Kollateralschaden.

Solche Nächte sind in europäischen Medien längst keine Nachricht mehr. Sie werden wie eine Wettervorhersage veröffentlicht - so viele Explosionen, so viele beschädigte Gebäude, so viele Viertel ohne Wasser, nächstes Thema. Und in Kyjiw dreht jemand im dritten Jahr morgens zuerst den Hahn auf, um zu sehen, ob überhaupt etwas fließt.