Die Grube in Kapistec wird zugeschüttet - vier Firmen, eine Baustelle, eine systemische Verantwortungslosigkeit
29.05.2026
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23.04.2026
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12.04.2026
Der ehemalige Premier Nikola Gruevski erhielt 2022 die ungarische Staatsbürgerschaft, begründet mit dem „Staatsinteresse Ungarns." Die Enthüllung machte das Recherche-Portal VSquare unter Berufung auf ungarische Staatsquellen. Damit wird seine Rückführung nach Mazedonien durch Auslieferung nahezu unmöglich.
Die Chronologie ist klar. November 2018 - Gruevski flieht aus Mazedonien, bevor er eine zweijährige Haftstrafe im Fall „Tanker" antreten muss (Kauf eines gepanzerten Mercedes für 600.000 Euro). Seitdem lebt er mit politischem Asyl in Budapest. Jetzt - mit Staatsbürgerschaft. Beides ist nicht dasselbe. Asyl lässt sich leichter aberkennen. Staatsbürgerschaft nicht.
Warum nicht? Weil Ungarn, um Gruevski die Staatsbürgerschaft zu entziehen, Betrug oder Korruption im Erwerbsprozess nachweisen müsste. Und das in einem Verfahren, das durch die höchsten Regierungsebenen unter Premier Viktor Orbán lief. Anders gesagt - damit Gruevski zurückgeführt wird, müssten nicht nur seine ungarischen Bekannten fallen, sondern auch seine Schutzherren auf höchster Ebene.
Der neue ungarische Premier Péter Magyar sagte kürzlich das Gegenteil - dass Ungarn „internationalen Kriminellen keinen Unterschlupf gewähren wird", und nannte Gruevski namentlich. Das ist eine Gute-Nacht-Aussage in einer Rede, kein juristisches Engagement. Und während die mazedonische Justiz seit 2018 offiziell um seine Auslieferung bittet, lautet das Ergebnis sechs Jahre später - Staatsbürgerschaft.
Für Mazedonien ist das eine alte Lektion mit neuer Bestätigung. Wenn Politiker an der Spitze fliehen, kehren sie selten zurück. Das System lässt sie ziehen, fragt dann nur nach einer papierförmigen Rückkehr, während sie unterwegs Pass, Adresse und Kontoinhaber wechseln. Der „Tanker"-Fall bleibt weiterhin unerledigt. Und er bleibt weiterhin gleich weit entfernt.
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