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Vier Länder analysieren gleichzeitig, wie sich eine zwanzigjährige Prinzessin kleidet: Das ist keine Mode mehr

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Vier Länder analysieren gleichzeitig, wie sich eine zwanzigjährige Prinzessin kleidet: Das ist keine Mode mehr

Wenn britische, italienische, japanische und amerikanische Magazine gleichzeitig anfangen zu analysieren, wie sich eine zwanzigjährige Prinzessin kleidet, ist das keine Mode mehr - das ist Diplomatie mit Schuhen.

Der britische Tatler beschreibt Leonor als eine der europäischen Royals mit der größten Ausstrahlung in der Modewelt und mit feinem Geschmack und bemerkt die Balance zwischen ihrem Alter und der institutionellen Pflicht: eine Prinzessin, die sich der Rolle entsprechend kleidet, ohne die Natürlichkeit ihrer zwanzig Jahre zu verlieren. Das Magazin zeichnet eine Chronologie ihres Stils - von kurzen Rüschenkleidern und Espadrilles in den frühen Jahren über Midi-Längen und Ensembles mit Tweedrock bis zu heutigen Stücken, die sie selbst anpasst.

Die italienische Vanity Fair benennt die Linie der Vererbung in diesem Stil: Königin Letizia gab den Geschmack für Schlichtheit weiter, die Abneigung gegen auffällige Accessoires und die Vorliebe für lokale und erschwingliche Marken. Diese Beobachtung wiegt mehr als jedes Foto - in einer Zeit, in der andere europäische Höfe die Titelseiten mit Luxusmarken füllen, wählt der spanische Hof bewusst die Gegenrichtung.

Das japanische Newsweek geht einen Schritt weiter und spricht von einer authentischen stilistischen Verbindung, die von der Mutter auf die Töchter übergeht, mit einer wichtigen Einschränkung: Die Töchter kopieren nicht wörtlich, sondern interpretieren nach eigener Persönlichkeit und Proportion neu, wobei Leonor ein klassischeres, feineres Bild wählt.

Das konkreteste Detail liefert das amerikanische Marie Claire. Beim Empfang in Zarzuela nach dem WM-Sieg Spaniens erschien Leonor in Sneakern - einem Puma Speedcat OG in Pastellrosa. Das Magazin merkte an, dass die spanische Königsfamilie solchem Schuhwerk traditionell abgeneigt ist und dass der blasse Ton als verspieltere Variante des klassischen Elfenbeins funktionierte. Die italienische Presse hebt genau das als ihren Hauptunterschied zu anderen Prinzessinnen ihrer Generation hervor - Amalia der Niederlande oder Elisabeth von Belgien tragen hohe Absätze, Leonor wählt einen vernünftigen oder breiten Absatz und sogar flache Mary Janes.

Worum es dabei wirklich geht, ist nicht die Kleidung. Jede Wahl einer Repräsentantin einer Institution ist eine Botschaft, und die Wahl „bequem und lokal” ist die Botschaft, dass Distanz kein Vorteil ist. Ob dieses Kalkül aufrichtig oder gut gemacht ist, ist eine andere Frage - doch dass vier verschiedene Länder dasselbe herauslesen, heißt: Es funktioniert.