Skip to content

Vier Tage weißer Schaum im Lepenec und im Vardar - der Verursacher bleibt unbekannt: Die Drohne flog am ersten Tag

1 Min. Lesezeit
Teilen
Vier Tage weißer Schaum im Lepenec und im Vardar - der Verursacher bleibt unbekannt: Die Drohne flog am ersten Tag

Eine große Menge weißer, schaumiger Substanz bedeckte zunächst den Fluss Lepenec und trieb dann flussabwärts in den Vardar. Aufnahmen und Fotos gelangten an die Öffentlichkeit und kursieren seit vier Tagen. Was in diesen vier Tagen nicht aufgetaucht ist: der Name des Verursachers.

Die Initiative „Grüne humane Stadt” bezeichnet den Fall als weiteren Ökozid an der Umwelt und fordert die Schließung des Industriebetriebs, der die Substanz eingeleitet hat.

„Das ist nur der jüngste in einer langen Reihe von Vorfällen, die aus dem Fehlen einer wirksamen Kontrolle großer Industrieanlagen resultieren. Diese können offenbar ohne Angst vor Sanktionen verschmutzen, ohne jede Rücksicht auf Umwelt, Biodiversität und das Leben der Bürger, solange einige Mächtige daran verdienen”, heißt es von der Initiative. Gefordert werden zudem eine strengere Anwendung der Gesetze, höhere Strafen und öffentliche Transparenz über frühere Verstöße und verhängte Bußgelder.

Die Drohne, die am ersten Tag aufstieg

Die oppositionelle SDSM erhob heute direkte Vorwürfe gegen Bürgermeister Orce Ǵorǵievski. Sie erinnert daran, dass er sofort eine Drohne aufsteigen ließ, ankündigte, es werde für niemanden Toleranz geben, und versprach, man werde rasch herausfinden, wer dahintersteckt.

„Und? Was haben Orce und die Drohne nach vier Tagen herausgefunden? Wer hat Skopje, den Lepenec und den Vardar verschmutzt?”, fragt die SDSM und wirft dem Bürgermeister Schweigen zu diesem Thema vor. Die Partei verlangt eine Antwort, nicht - wie sie sagt - ein weiteres Versprechen.

Das parteipolitische Geplänkel um die Drohne ist vorhersehbar und dauert so lange wie jedes andere. Nicht parteipolitisch ist Folgendes: Der Fluss fließt durch die Stadt, der Schaum gelangte in den Vardar, und niemand hat bislang gesagt, was genau eingeleitet wurde, in welchen Konzentrationen und was das für das Wasser flussabwärts bedeutet.

Die Forderung der Umweltinitiative nach einem öffentlichen Register früherer Verstöße und Strafen ist das Konkreteste, was diese Geschichte hervorgebracht hat. Denn wenn große Industriebetriebe eine Akte haben, die jeder öffnen kann, hört „unbekannter Verursacher” auf, eine so bequeme Kategorie zu sein.

Der Fluss hat sich selbst gereinigt, wie immer. Das ist keine Lösung - das ist genau der Grund, warum kein Druck entsteht.