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30 Tage Haft in Ulcinj für eine Mazedonierin, die einen Hund überfahren haben soll: Das Urteil der Netze fiel vor dem des Gerichts

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30 Tage Haft in Ulcinj für eine Mazedonierin, die einen Hund überfahren haben soll: Das Urteil der Netze fiel vor dem des Gerichts

Das Grundgericht in Ulcinj hat für eine 46-jährige mazedonische Staatsbürgerin 30 Tage Untersuchungshaft angeordnet. Der Vorwurf: Tötung und Quälerei eines Tieres sowie Zerstörung seines Lebensraums. Nach dem montenegrinischen Strafgesetzbuch drohen dafür eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Haft.

Laut montenegrinischer Polizei überfuhr sie am 24. Juli mit einem Mercedes vorsätzlich einen Šarplaninac und versuchte anschließend, das Land zu verlassen. Am Grenzübergang Sukobin - Murićani wurde sie gestoppt und festgenommen.

Die Verteidigung erzählt eine völlig andere Geschichte. Danach war derselbe Šarplaninac zuvor in ihre Wohnung eingedrungen, hatte ihren Shih Tzu getötet und dann sie und ihren minderjährigen Bruder angegriffen. Das Auto sei benutzt worden, um das Tier wegzudrängen, nicht um es zu töten. Ein Hotelangestellter half laut Familie, das verletzte Haustier zum Tierarzt zu bringen. Es überlebte nicht.

Hier beginnt der zweite Teil des Falls - der, der mit dem Gericht nichts zu tun hat. Ein Video des Vorfalls landete in den sozialen Netzwerken, und die Menge urteilte, bevor der Staatsanwalt mit dem Sammeln von Beweisen fertig war. Aufrufe zur Selbstjustiz, Identifizierung, Weitergabe persönlicher Daten. Binnen Stunden kannte das ganze Land den Namen der Frau.

Dass Menschen Tiere schützen wollen, ist gut. Dass dieselbe Menge, die Strafe für Tierquälerei fordert, eine Hetzjagd auf einen Menschen veranstaltet, dessen Version der Ereignisse noch nicht geprüft wurde - das ist etwas anderes. Die Staatsanwaltschaft muss Videos, Aussagen und Gutachten erst noch zusammentragen.

Montenegro nimmt solche Taten nicht auf die leichte Schulter, und das ist anzuerkennen - das Gesetz existiert dort und wird angewandt. Die Frage ist, ob das Urteil im Gerichtssaal fällt oder auf den Bildschirmen längst gefallen ist. Denn wenn jeder Fall zuerst im Internet entschieden wird, wird das Gericht zur Formalie. Eine teure Gewohnheit für jedes Land auf dem Balkan.