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Der Dojran-See füllt sich wieder: Doch das Pumpsystem stand sechs Monate still - direkt vor dem kritischsten Monat

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Der Dojran-See füllt sich wieder: Doch das Pumpsystem stand sechs Monate still - direkt vor dem kritischsten Monat

Das Hydrosystem „Gjavato” in Bogdanci pumpt wieder Wasser in den Dojran-See. Derzeit fließen etwa 200 Liter pro Sekunde hinein, im Laufe des Tages oder morgen soll eine zusätzliche Menge folgen.

Klingt nach einer guten Nachricht, und teilweise ist sie das. Doch ein Detail aus der Mitteilung des Betreibers wiegt schwerer als die gesamte Ankündigung: Sie brauchten zwanzig Stunden, um die Rohrleitung zu füllen, weil sie leer war - das System lief sechs Monate nicht. Sechs Monate. Normalerweise, heißt es von dort, füllt sich die Leitung nach einer Unterbrechung von zehn bis fünfzehn Tagen deutlich schneller.

Also stand die Infrastruktur, die genau dafür gebaut wurde, den Dojran-See vor dem Austrocknen zu bewahren, ein halbes Jahr still. Und das Wasser kam zwei bis drei Tage vor Beginn des August zurück.

Warum das wichtig ist? Weil das Hydrosystem selbst einräumt, dass August und September über die Jahre die kritischsten Monate für den See waren - dann verdunstet am meisten Wasser, bei hohen Temperaturen und ohne Niederschlag. Mit anderen Worten: Das System war den ganzen Winter und Frühling ausgeschaltet und geht unmittelbar vor dem gefährlichsten Abschnitt des Jahres in Betrieb.

Die Zahl, die die Wahrheit sagt

Nach den neuesten Daten der Hydrometeorologischen Verwaltung liegt der Pegel des Sees aktuell bei 145,26 Metern über dem Meeresspiegel. Das vereinbarte Minimum beträgt 146,13 Meter. Die Differenz ist fast ein voller Meter - und zwar nicht darüber, sondern unter der Linie, die nicht unterschritten werden darf.

Der Dojran-See ist kein Speicherbecken, das man bis zur Wunschmarke auffüllt und dann vergisst. Er ist ein lebendiges Ökosystem, Raum traditioneller Fischerei und eine der wichtigsten touristischen Ressourcen im Südosten des Landes. Jeder längere Stillstand bedeutet zurückweichende Ufer, veränderte Wasserqualität und neuen Druck auf Pflanzen- und Tierwelt.

Die Pumpen laufen, der Paljurci-Damm ist voll. Das ist der Stand von heute. Die Frage für morgen: Wer haftet, wenn das System erneut sechs Monate verstummt - und verfolgt überhaupt jemand, wie lange es stillsteht, oder erinnern wir uns an „Gjavato” erst, wenn das Ufer sichtbar zurückgewichen ist?