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Minsk 3: Selbst wenn sie über Frieden reden, ist die Frage, ob überhaupt jemand das Kriegsende will

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Minsk 3: Selbst wenn sie über Frieden reden, ist die Frage, ob überhaupt jemand das Kriegsende will

Jedes Mal, wenn sich ein Krieg hinzieht, taucht das Wort „Frieden“ auf - aber nicht immer so, wie wir ihn uns vorstellen. In russischen Medien wird zunehmend über ein sogenanntes „Minsk 3“ spekuliert, ein neues Waffenstillstandsabkommen nach dem Vorbild der früheren Vereinbarungen von 2014 und 2015. Nur dass diesmal selbst jene, die es erwägen, nicht sicher sind, ob der Frieden zu ihren Gunsten ist.

Gleich sei klargestellt: Dies ist kein unterzeichnetes Abkommen und kein offizieller Verhandlungsrahmen. Es ist eine Analyse, eine Spekulation über mögliche Szenarien - keine konkreten Bedingungen, keine Bestätigung aus Moskau, Kiew oder dem Westen, dass solche Gespräche überhaupt laufen. Deshalb sollte man es nüchtern lesen, nicht als Nachricht von einem Frieden, der morgen kommt.

Aufschlussreich ist, wie man das in Russland selbst sieht. Der Militäranalyst Michail Swintschuk, früher beim Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums, warnt, ein Waffenstillstand käme eher Kiew als Moskau zugute - weil der Westen jede Pause nutzen würde, um die ukrainische Armee neu zu bewaffnen und zu reorganisieren.

Sein anschaulichster Gedanke trifft etwas Universelles für jede Armee, die innehält: „Es gibt zwei Armeen - eine, die kämpft, und eine aus Friedenszeiten. Die zweite hinkt mindestens fünf Jahre hinterher.“ Mit anderen Worten: Selbst ein Waffenstillstand birgt seine Gefahren für den, der sich ans Kriegführen gewöhnt hat.

Für den Balkan, der sich an seine eigenen Waffenstillstände und Abkommen erinnert, die wenig lösten und vieles einfroren, klingt das vertraut. Wie oft haben wir einen „Frieden“ gesehen, der in Wahrheit nur eine Pause vor der nächsten Runde war? Die Frage, die über jedem „Minsk 3“ schwebt, ist nicht, ob es unterzeichnet wird, sondern ob einer der Unterzeichner den Krieg wirklich beenden will - oder nur eine Verschnaufpause vor der Fortsetzung sucht.