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Plattformen lehnten Werbung für die Doku „Musk“ als „politisch“ ab: Meta und YouTube lenkten binnen eines Tages ein, TikTok und X bisher nicht

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Plattformen lehnten Werbung für die Doku „Musk“ als „politisch“ ab: Meta und YouTube lenkten binnen eines Tages ein, TikTok und X bisher nicht

Die Dokumentation „Musk“ von Regisseur Alex Gibney sollte vor dem Kinostart eine gewöhnliche Kampagne bekommen. Stattdessen lehnten laut The Hollywood Reporter TikTok, Meta, YouTube und X es ab, bezahlte Werbung für den Trailer zu schalten. Die Begründung bei Meta, TikTok und YouTube war angeblich dieselbe: „politische Inhalte“.

Einen Tag später änderte sich die Geschichte. Ein Sprecher von Meta erklärte, es habe sich um einen „Fehler“ gehandelt, die Anzeigen würden wieder freigeschaltet. YouTube teilte mit, der Trailer sei auf der Plattform „immer verfügbar“ gewesen, als Werbeanzeige eingereicht aber „vorübergehend von unserem System eingeschränkt“ worden. „Nach Prüfung wurde die Anzeige genehmigt“, so das Unternehmen. Der Fehler bestand also genau bis zu dem Moment, in dem er zur Nachricht wurde.

Bei X gibt es keine Überraschung. Die Plattform gehört Elon Musk, der kürzlich schrieb, „Hundescheiße verdient mehr Respekt als Gibney“. Offen bleibt die Frage, wie ein Trailer für einen Dokumentarfilm zu politischer Werbung wird. Meta hatte im vergangenen Jahr angekündigt, in der EU keine politische Werbung mehr anzunehmen, TikTok sagt, solche Werbung schalte es überhaupt nicht. Der US-Verleih des Films, Bleecker Street, hat gegen die Ablehnungen Einspruch eingelegt.

Gibney ist kein Unbekannter. Er drehte „Going Clear“ über Scientology und „The Inventor“ über Elizabeth Holmes und Theranos sowie einen Film über Steve Jobs. „Musk“ feierte diesen Monat beim Filmfestival Venedig Premiere, hat 100 Prozent positive Kritiken auf Rotten Tomatoes und kommt am 9. Oktober in die US-Kinos. Der Film dauert fast vier Stunden und verfolgt Musks Tech-Karriere, sein Bündnis mit Donald Trump und sein Privatleben, mit Aussagen seiner Ex-Frau Justine Musk und von Ashley St. Clair, die kürzlich ein Kind mit ihm bekam und ihn jetzt als „Atombombe“ beschreibt.

Kritiker Bilge Ebiri nannte den Film eine „faszinierende“ Charakterstudie. „Als Geschichte über modernes Business ist er aufschlussreich. Als Warnung für unsere Zukunft ist er beängstigend“, schrieb er.

Der aufschlussreichste Teil betrifft nicht die Plattformen. Laut derselben Quelle zögerte das Studio Universal Pictures beim internationalen Vertrieb, angeblich aus Angst, die Trump-Regierung zu verärgern. Später teilte das Studio mit, den Film in die Kinos zu bringen, an der Strategie werde aber noch gearbeitet. Wenn die größten Medien- und Techkonzerne abwägen, ob sie eine Doku bewerben dürfen, wird wichtiger, wer sich vor dem Film fürchtet, als was darin steckt. Wenn so mächtige Konzerne jeden Schritt Richtung Weißes Haus abmessen, was bleibt dann denen, die nicht einmal einen Bruchteil ihrer Macht haben?