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Zoox-Testfahrer erbrachen sich nach der Fahrt und wurden in einem anderen Auto wieder auf die Straße geschickt: Amazons Flotte in Atlanta steht still

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Zoox-Testfahrer erbrachen sich nach der Fahrt und wurden in einem anderen Auto wieder auf die Straße geschickt: Amazons Flotte in Atlanta steht still

Das Robotaxi-Unternehmen Zoox, das zu Amazon gehört, hat seine Testflotte in Atlanta stillgelegt, nachdem Sicherheitsfahrer im August in den Fahrzeugen selbst womöglich Kohlenmonoxid, Kohlendioxid oder Schwefelwasserstoff ausgesetzt waren. Einer von ihnen reichte bei der OSHA, der US-Behörde für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Beschwerde ein, die eine Prüfung einleitete und das Unternehmen anwies, die Fälle zu untersuchen.

Im Schreiben der OSHA an das Unternehmen heißt es, bis zu 40 Beschäftigte könnten betroffen gewesen sein. Zoox spricht von einer geringeren Zahl: Man habe 28 Mitarbeiter identifiziert, die in sechs Fahrzeugen mit „unerklärlichem Geruch“ unterwegs waren, davon seien 10 „freiwillig“ zur ärztlichen Untersuchung gegangen. Erhalten habe man, so das Unternehmen, nur „einen ärztlichen Bericht, der eine CO2-Exposition feststellt“.

Der schlimmste Tag war der 14. August. Vier Mitarbeiter fuhren zusammen in einem SUV - eine Praxis, die Zoox bei der Einarbeitung neuer Beschäftigter anwendet. „Alles war in Ordnung, wir lachten und redeten, und dann wurden plötzlich alle still“, erzählt Jay Davis, der über die Vermittlungsfirma HireArt beschäftigt ist. In der Morgenpause, kaum ausgestiegen, begann ein Kollege sich zu übergeben, die anderen spürten Schwindel. Das Fahrzeug wurde zur Basis geschleppt, die Mitarbeiter per Uber zurückgebracht. Dann: „Wir dachten, wir bekämen für den Tag leichtere Aufgaben. Nein, man setzte uns in ein anderes Fahrzeug und sagte uns, wir sollten zurück an die Arbeit.“

Nach einem ganzen Nachmittag Fahrt begann Davis sich nach ein paar Bissen Essen zu übergeben. Drei aus der Gruppe landeten in der Notaufnahme, wo man ihnen sagte, die Symptome passten zu einer Kohlenmonoxidvergiftung, obwohl der Arzt bei Davis keine erhöhten Werte fand. Die Mitarbeiter erkrankten weiter bis zum 22. August, als jemand im Depot für einen kranken Kollegen den Notarzt rief. Die Antwort des Unternehmens an die vier, die sich zuerst beschwerten: die Anordnung eines, wie es hieß, „zufälligen“ Drogentests.

Was genau in der Luft war, ist noch unklar. Zoox sagt, man habe kein Kohlenmonoxid gefunden, das geruchlos ist, das einzige in den Fahrzeugen nachgewiesene Gas sei CO2 gewesen. Man habe die 12-Volt-Batterien ausgetauscht - beschädigte Batterien können Schwefelwasserstoff freisetzen, der nach faulen Eiern riecht, wie ihn einige Fahrer bemerkt haben wollen -, später aber erklärt, an den Batterien keine Schäden gefunden zu haben. Das Unternehmen verspricht Gasmelder in den Fahrzeugen, die OSHA hat ihre Prüfung inzwischen abgeschlossen.

Dazu kommt ein Detail, in dem sich Zoox von der Konkurrenz unterscheidet. Während Waymo, Tesla, Avride und Motional mit Elektrofahrzeugen ohne Abgase testen, nutzt Zoox für seine Testflotte umgebaute Toyota-Highlander-SUVs mit Verbrennungsmotoren - und lässt sie den größten Teil des Tages laufen, damit die Sensoren ihre Kalibrierung nicht verlieren. Die eigentlichen Robotaxis sind vollelektrisch und nicht betroffen. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde untersuchte sechs Jahre lang Ford wegen Kohlenmonoxid im Explorer und fand die höchsten Werte ausgerechnet in Polizeifahrzeugen, die mit Sirenen, Lichtern und anderer Ausrüstung nachgerüstet worden waren. Jeder Umbau kann das Risiko erhöhen, dass Gase in die Kabine gelangen.

Zoox beeilt sich, Waymo einzuholen, expandiert in neue Städte und baut den Betrieb in Las Vegas und San Francisco aus. Das Unternehmen erklärt, „Sicherheit und Wohlergehen“ seiner Fahrer seien seine „oberste Sorge“. Davis schrieb schon im August an die Personalabteilung, er halte es für falsch, dass man sie wieder auf die Straße geschickt habe. Wenn jemand sagt, ihm sei schlecht, und die Antwort ein anderes Fahrzeug und ein Drogentest ist - wessen Sicherheit hat dann eigentlich Priorität?