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Orbáns Schatten über dem Balkan schwindet — Magyar enthüllt Vučićs Spiel

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Peter Magyar, der Mann, der in Budapest Orbáns Fotos schwenkt, hat beschlossen, eine weitere Front zu eröffnen — diesmal direkt gegen Aleksandar Vučić. Und nicht mit diplomatischen Phrasen, sondern mit einer Frage, die Belgrad aufwühlt: Wer ist der Pate der Freundschaft zwischen Vučić und Orbán?

Vučić reagierte erwartungsgemäß, wie er es immer tut, wenn jemand seinen empfindlichsten Nerv berührt — mit einem Gegenangriff. „Wer ist dieser Magyar, dass er in meinem Land ermittelt?" fragt der serbische Präsident — und vergisst dabei, dass genau diese Frage Serbiens eigene Bürger ihm und seinen Diensten seit einem vollen Jahrzehnt stellen.

Aber der eigentliche Sprengstoff in dieser Geschichte ist der Vorfall mit dem Gasrohr „Turkish Stream". Magyar legt offen nahe, dass die Explosion inszeniert war — eine vorwahlbedingte Dramaturgie, entworfen, um Orbán vor internem Druck zu retten. Wenn das stimmt, reden wir von geopolitischem Theater der höchsten Klasse, bei dem Staatschefs als Requisiten dienen.

Der Schatten Orbáns über dem Balkan — derselbe, unter dem sich Vučić bequem eingerichtet hatte, während er zwischen Brüssel und Moskau lavierte — beginnt zu verblassen. Magyar ist kein naiver Oppositioneller; das ist ein Mann, der weiß, wo die Leichen begraben sind, und er hat offenbar keine Absicht zu schweigen. Für Vučić ist das unbekanntes Terrain: ein Gegner, der nicht nach den Regeln der balkanischen politischen Omertà spielt.

Am ironischsten ist, dass die beiden — Vučić und Orbán — zwanzig Jahre damit verbracht haben, das Bild unbesiegbarer Anführer aufzubauen, die nationale Interessen schützen. Jetzt zeigt ein ungarischer Politiker, dass hinter der Fassade der „strategischen Freundschaft" möglicherweise etwas weit Prosaischeres steckt — gegenseitige Abhängigkeit, gebaut auf Gefälligkeiten, die das Tageslicht nicht vertragen.