Skip to content

Eine Straße aus dem Ersten Weltkrieg kehrt zurück: 40 Kilometer vom Großen See bis Brajčino

1 Min. Lesezeit
Teilen
Eine Straße aus dem Ersten Weltkrieg kehrt zurück: 40 Kilometer vom Großen See bis Brajčino

Es gibt Wege, die Armeen bauten, um durchzukommen - und die danach hundert Jahre lang niemand nutzte. Der Erdweg auf dem Pelister, über den im Ersten Weltkrieg Soldaten zogen, ist genau so einer. Jetzt soll dieser Weg wieder leben. Nicht für Kolonnen, sondern für Wanderer und Radfahrer.

Geplant ist, den alten französischen Weg vom Pelister-Infozentrum bis Prespa auf einer Strecke von rund 40 Kilometern zu erneuern und so den Großen See mit Brajčino zu verbinden. Der Hauptzweck ist der Brandschutz, doch der Weg wird auch für Wanderer und Radfahrer offen sein.

„Wir werden den Traum vieler Generationen erfüllen und Brajčino mit dem Großen See verbinden. Es wird ein Wander- und Radweg”, sagte Ivančo Toševski, Direktor des Nationalparks Pelister.

Der Weg von der Bitola-Seite zum Großen See ist seit Jahren in Betrieb, doch felsiges Gelände, steile Abschnitte und Granitformationen machen ihn selbst für Geländewagen schwierig. Der Nationalpark hat bereits Abschnitte von Steinen und Bewuchs bis zum Ort Široka freigeräumt, wo eine Jagdhütte erneuert werden soll.

Ein Berg, der brennt, oder ein Berg, den man besucht

Die Erneuerung ist Teil eines Zehnjahresprogramms zum Brandschutz auf dem Pelister. Darin liegt der klügste Teil der Geschichte: In einem Land, das jeden Sommer Hektar verbrannten Waldes zählt, ist ein Weg, der der Feuerwehr Zugang verschafft, keine Tourismusausgabe - er ist Überlebensinfrastruktur für den Park. Was Besucher als Blick auf den Prespasee einerseits und auf Pelagonien andererseits erleben, ist für die Parkverwaltung eine Linie, auf der ein Fahrzeug fahren kann, wenn es darauf ankommt.

Das Projekt umfasst auch Pläne zur Erhaltung von Rupa - einem See, der zur Zeit des Ersten Weltkriegs existierte und danach für militärische Zwecke trockengelegt wurde. Hundert Jahre später soll das Wasser dorthin zurückkehren, wo die Armee es abgeleitet hat.

Zusätzliches Entwicklungspotenzial wird von der geplanten Öffnung des Grenzübergangs Markova Noga im Jahr 2028 erwartet, die eine breitere regionale Tourismusachse zwischen Pelister, Prespa und den Nachbargebieten schaffen könnte. Bis dahin ist der eigentliche Test nicht, ob der Weg angekündigt wird - das ist bereits geschehen. Der Test ist, ob er in zehn Jahren existiert oder noch immer „begonnen” heißt.