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Radev stuerzte Borissow mit 44% und zementierte Bulgariens Veto: Was bedeutet das fuer Mazedonien?

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Rumen Radew tat, was Bojko Borissow nicht verhindern konnte - er holte das Parlament mit 44,48% der Stimmen. Seine Koalition Progressives Bulgarien errang einen ueberzeugenden Sieg bei den vorgezogenen Parlamentswahlen und liess sowohl Fortsetzung des Wandels - Demokratisches Bulgarien mit 14% als auch Borissows GERB-SDS mit bescheidenen 13,1% hinter sich.

Bruessel reagierte mit der bekannten Mischung aus Sorge und Ohnmacht. Analysten holten sofort das Etikett neuer Orban heraus - dasselbe, das auf jeden osteuropaeischen Staatschef geklebt wird, der beim ersten Ruf nicht einknickt. Radew setzt sich fuer die Beibehaltung der Energieverbindungen mit Russland ueber TurkStream ein, droht mit einem Veto gegen Sanktionen im russischen Nuklearsektor und hat es nicht eilig mit der Euro-Einfuehrung. Gruende genug fuer Bruessel, ihn auf die Liste der Problematischen zu setzen.

Und was bedeutet das fuer Mazedonien?

Direkt und konkret: Bulgariens Veto bleibt. Radew besteht auf Verfassungsreformen und der Anerkennung einer bulgarischen Minderheit als Bedingung fuer Mazedoniens europaeische Integration. Mit diesem Sieg bleibt die bulgarische Blockade nicht nur bestehen - sie gewinnt auch frische demokratische Legitimitaet. Wer in Skopje glaubt noch, dass der Weg in die EU ueber Sofia ohne ernsthafte Zugestaendnisse fuehrt?

Radew ist kein zufaelliger Spieler. Ein ehemaliger Generalmajor und Kommandant der bulgarischen Luftwaffe, ausgebildet auf der amerikanischen Maxwell Air Base, der persoenlich sowjetische MiGs bei Flugschauen flog. 2016 erstmals mit Unterstuetzung der Sozialisten zum Praesidenten gewaehlt, 2021 wiedergewaehlt. Ein Mann, der sowohl den oestlichen als auch den westlichen Block kennt - und offensichtlich nicht vorhat, nur einen zu waehlen.