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Investoren fragen nicht mehr warum Afrika, sondern warum ihr: Nigerianischer Fonds sammelte 84 Millionen nach anderthalb Jahren Antworten

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Investoren fragen nicht mehr warum Afrika, sondern warum ihr: Nigerianischer Fonds sammelte 84 Millionen nach anderthalb Jahren Antworten

Die nigerianische Investmentfirma Ventures Platform hat 84 Millionen Dollar (rund 77 Millionen Euro) für ihren zweiten Fonds für Start-ups in ganz Afrika eingesammelt. Der Fonds war überzeichnet - das Interesse überstieg das angestrebte Volumen. Das ist fast doppelt so viel wie beim ersten Fonds über 46 Millionen aus dem Jahr 2022, und es geschieht in einem Moment, in dem Investoren weltweit deutlich wählerischer geworden sind.

Der interessanteste Teil dieser Geschichte ist nicht die Zahl. Es ist, was Gründungspartner Kola Aina darüber sagte, wie sich das Gespräch mit Investoren verändert hat. „Vor drei Jahren gab es noch eine erhebliche Portion Neugier auf die afrikanische Chance. Heute wollen Investoren Beweise“, sagte er. Die Frage habe sich von „warum Afrika“ zu „warum ihr und wie genau erzielt ihr eine Rendite“ verschoben.

Diesen Satz erkennt jeder sofort, der in einem Markt jenseits des Silicon Valley Geld eingesammelt hat. Das Fundraising dauerte anderthalb Jahre. Investoren stellten härtere Fragen zu Ergebnissen, zu Liquidität, zur Disziplin des Managers. Kapital gilt nicht mehr als unbegrenzt - viele haben sich im Investitionsabschwung vor einigen Jahren die Finger verbrannt und suchen nun Firmen, die verschiedene Zyklen überstehen, nicht solche, die sich nur von der nächsten Runde tragen lassen.

Die kontinentalen Zahlen erklären den Druck. In diesem Jahr sammelten afrikanische Start-ups rund 930 Millionen Dollar über mehr als 200 Deals ein. Im Vorjahr waren es 1,16 Milliarden über 447 Deals. Also weniger Geld, verteilt auf fast halb so viele Abschlüsse - das Geld ist nicht verschwunden, es hat sich bei weniger Firmen konzentriert.

Ventures Platform kommt aus Nigeria und hat bereits in fünf Unternehmen in Kenia, Südafrika und Ägypten investiert. Die Schecks gehen bis 3 Millionen Dollar, und das Kapital soll in den kommenden drei bis vier Jahren eingesetzt werden. Die Sektoren sind Finanzdienstleistungen, Gesundheit und Software - Bereiche, in denen Technologie Grundbedürfnisse löst, statt neue Gewohnheiten zu schaffen.

Unter den Geldgebern des Fonds finden sich beachtenswerte Namen: die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, die norwegische Entwicklungsinstitution Norfund und die Stiftung der Ashesi-Universität aus Ghana. Siebzig Prozent der Investoren des ersten Fonds kamen auch für den zweiten zurück. Diese Zahl sagt mehr als jede Strategieerklärung.

Aina hat auch eine Erklärung, warum er glaubt, die neue Fondsgeneration werde besser sein: Sie hat beide Extreme erlebt - den Geldüberfluss und dessen völliges Ausbleiben. Ob solche Erfahrung tatsächlich bessere Entscheidungen hervorbringt oder nur bessere Präsentationen vor Investoren, wird sich erst zeigen, wenn dieser Fonds Geld zurückzahlt. Bis dahin steht nur fest, dass die Zeit vorbei ist, in der es genügte zu sagen: „Wir sind ein panafrikanischer Fonds.“